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Ein bisschen mehr Meinungsfreiheit

Mon, 13 Oct 2008 17:45:16 +0200

Manchmal scheinen Gerichte doch in der Lage zu sein, gesunden Menschenverstand zu benutzen. Da hat ein Blogger, der ganz privat bloggt, einen Zeitungsartikel aufgegriffen und seine Gedanken dazu veröffentlicht. Dem Artikel ist öffentlich nie widersprochen worden. Trotzdem war der Zeitungsartikel wohl nicht ganz richtig. Jedenfalls hatte der ehemalige Bankdirektor, der in dem Artikel wohl nicht so gut weg kam, per Unterlassungserklärung die Zeitung gezwungen, die Behauptungen des Artikels zu entfernen. Die Zeitung ließ sich viel Zeit dafür.

Nach dem Blogartikel ging der Blogger in Urlaub. Als er zurück kam, sollte er Alles in Allem etwa 13000€ zahlen: Mahngebühren, Abmahngebüren, und was sonst noch so alles. Dem hat jetzt das Gericht einen Riegel vorgeschoben. Der Blogartikel ist entfernt, wie das jeder anständige Blogger auch ohne Gericht tun würde, und damit ist es gut. So sieht das anscheinend auch das Gericht.

Dass ein ehemaliger Bankdirektor lieber die große Abmahnkeule rausholt, auch gegenüber Privatpersonen, ist interessant. Irgendwelche Vermutungen und Schlussfolgerungen überlasse ich aber der wilden Phantasie der Leser.

Ganz ohne irgendeinen Zusammenhang, und nur zum Zwecke der Pflege deutscher Volkskultur, zitiere ich hier noch ein deutsches Sprichwort:

Getroffene Hunde bellen.

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