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Freiheit oder Paranoia?

Sat, 11 Oct 2008 10:28:23 +0200

Datangau hier, Datengau da, und trotzdem schmeisst die Mehrheit mit privaten Daten nur so um sich. Wie passt das zusammen? Darüber macht man sich bei Fixmbr einen langen Artikel lang Gedanken.

Ob's edler im Gemüt (und der Demokratie und der Selbstachtung zuträglich), sich zu offenbaren und zu schreiben, was man denkt, oder ob es nicht vielleicht besser wäre, sich unsichtbar zu machen, um nur nicht in das Netz der allgegenwärtigen staatlichen Überwacher zu geraten? Darauf hat Oliver vom Fixmbr eine, wie ich finde, gute Antwort gefunden. Die Frage ist weniger, ob, oder ob nicht, sondern ob es das wert ist.

Da ist auf der einen Seite Twitter-typischer Smalltalk. Da gibt man auch schon mal Blödsinn zum Besten. Ist es das wirklich wert? Was ist Ziel und Zweck dieser Art der Kommunikation? Ist das tägliche Vergnügen und die leichte, wenn auch beschränkte allgegenwärtige Kommunikation es wert, für den Staat und für Geldmacher komplett durchschaubar zu werden? Was ist, wenn wir hier in Deutschland eine Regierung bekommen, die ähnlich dem inzwischen verstorbenen Jörg Haider in Österreich ihr Profil daraus gewinnt, auf Minderheiten herumzuhacken? Bei all den Daten, die die Regierung dann hat, ist es ein Leichtes, nicht nur Zugehörigkeiten zu Minderheiten zu finden, sondern bei Bedarf auch zu konstruieren. Nichts leichter als das. Ist es das wirklich wert?

Auf der anderen Seite gebe ich ja auch in diesem Blog Einiges zum Besten. Und ganz bestimmt selten Dinge, die bei einer Regierung gut ankommen. Auch in diesem Fall muss ich mich fragen, ob es das wert ist. In diesem Fall lautet meine ganz persönliche Entscheidung: Ja! Ich trete ein für eine Welt, in der Menschen in Freiheit und ohne Angst miteinander leben können. Und ich schreibe hier gegen Versuche, diese Freiheit zu unterminieren und auszuhebeln, und Angst zu säen. Klar, dass ich mich damit in bestimmten Kreisen nicht gerade beliebt mache. Aber es ist eine Frage der Selbstachtung, ob ich das tue, oder nicht. Wenn ich eines Tages vor Gott trete, dann werde ich mir wohl sagen lassen müssen, dass ich viel zu wenig getan habe. Aber ich werde mir nicht sagen lassen müssen, dass ich gar Nichts getan habe, dass ich es einfach nur laufen gelassen habe, wider besseren Wissens. Und das ist es mir wert.

Gut, ich gebe zu, diese Suppe wird bei weitem nicht so heiss gegessen, wie sie hier gekocht wurde. Dieses Blog ist recht unbekannt. Und unter Anderem aus obigen Gründen mache ich keine Werbung für mein Blog. Aber ich kehre es auch nicht unter den Teppich und ich höre nicht auf. Jedenfalls nicht, so lange ich die Möglichkeit habe, weiter zu machen.

Und aus obigen Gründen vermeide ich Dienste wie Twitter. Ja, ich weiss, das ist die neue Kommunikationsform. Ja, ich weiss, dass, wer nicht twittert, im Internet so gut wie nicht existent ist. Das ist mir egal.


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