Das ganz normale Chaos, täglich frisch auf den Tisch. Direkt aus der hintersten Provinz in die Metropolen von Groß-Blogistan.


Klappe

Sat, 08 Nov 2008 11:05:07 +0100

Andrew Keen, der selbsternannte führende Internetkritiker, fordert die Internetnutzer auf, sich ihrer Unwissenheit bewusst zu werden und den Mund zu halten. Ganz schön arrogant, das Kerlchen.

Das Schlimme daran ist, dass er zur Hälfte Recht hat. Aber Halbwahrheiten waren schon immer gefährlicher als offensichtliche Lügen oder offensichtlicher Unsinn. Seine Forderung, dass sich die Internetnutzer ihrer Unwissenheit bewusst werden sollten, ist durchaus berechtigt. Und das nicht nur, weil es ziemlich viel Trivialitäten gibt im Internet, und auch ziemlich viel Unsinn. Viel wichtiger ist ein Aspekt, den der Philosoph Sokrates einmal so genannt hat:

Ich weiss, dass ich Nichts weiss.

In diesem Sinne sollte sich Jeder, nicht nur die Internetnutzer, seine Unwissenheit bewusst machen. Seine Forderung hingegen, als Konsequenz dieser Unwissenheit den Mund zu halten, ist nicht nur arrogant, sondern grundfalsch und zeugt von reichlich Unwissenheit. Wer Nichts weiss und niemals fragt, wird dumm sterben. Nur, wer fragt, wird klüger. Wer selber den Mund aufmacht, und dabei offen ist für das, was Andere so sagen oder schreiben, nur der hat die Chance, dazu zu lernen. Wer sich still in eine Ecke verkriecht, wird dort dumm sterben. Da riskiere ich es lieber, auch mal Blödsinn zu schreiben!

Ach, übrigens: Trivialitäten. Diese gehören zum Leben dazu. Wer die ausklammert, beweist Dummheit.


0 Kommentare