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Piraten

Thu, 11 Dec 2008 18:20:29 +0100

Piraten in Somalia. Deutschland sieht nicht länger zu und schießt zurück. So weit, so einfach. Aber zu einfach. Man verschließt dabei die Augen vor den tatsächlichen Problemen.

Ausführlich hat sich darüber Roberto de Lapuente von Blog Ad Sinistram Gedanken gemacht. Gedanken, die, wenn man sie mal auf die bis zum Anschlag frustrierte und gewaltbereite Jugend Europas extrapoliert, erschreckend sind. Die Wirtschaftskrise hat nicht nur zu einem Zusammenbruch vieler Banken und Unternehmen geführt. Die Ursache dieser Wirtschaftskrise, die maßlose Gier einiger Weniger, hat auch dazu geführt, dass immer mehr Menschen ohne Zukunft und ohne Perspektive zur Gewalt als letzten Ausweg greifen. Zuerst Frankreich, jetzt Griechenland. Und in Afrika ist die Hoffnungslosigkeit seit Jahren kaum noch zu übertreffen.

Das Problem daran ist, dass durch diese abgerutschten Kriminellen das Problem nicht beseitigt wird. Ein paar Wenige profitieren davon. Die Piraten, die kürzlich einen Öltanker gekapert hatten, habe sich inzwischen gar eine Geldzählmaschine angeschafft. Doch werden damit Afrikas Probleme beseitigt? Nicht ein Einziges davon. Und werden damit die gierigen Raffkes in die Schranken gewiesen? ebenfalls nicht. Bezahlen müssen das Diejenigen, die treu und brav einfach nur viel arbeiten, um leben zu können. Der kleine Verlust, der einer Ölfirma durch solch einen Piratenangriff entsteht, wird durch Steuern, Preise und höhere Versicherungsbeiträge von Dir und Mir wieder reingeholt. So lange, bis es Nichts mehr zu holen gibt. Aber noch gibt es Menschen, von denen man Etwas holen kann.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Die Piraten sind nicht die unschuldigen Opfer. Wenn es solche gibt, dann sind das die schwer arbeitenden Menschen. Die Piraten sind einfach nur Schwerverbrecher. Es mag hart und unmenschlich klingen, aber ich hätte keine Bedenken, ein Piratenschiff zu versenken und den Haien einen kleinen extra Imbiss zu gönnen. Doch die Piraten sind nur die eine Seite des Problems. Die andere Seite sitzt in den Vorstandsetagen, in den Reihen der Lobbyisten, und zumindest zum Teil in den Reihen der Politiker. Objektiv gesehen müsste das aktuelle Mandat der Bundeswehr auch auf diese Personenkreise ausgedehnt werden.


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