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Rachsucht einer Frau?

Sat, 11 Oct 2008 11:46:37 +0200

Ich persönlich halte Sarah Palin für eine Gefahr für die Welt. Diese Gefahr entsteht durch ihre erzkonservative Einstellung. Und der Wahlkampf, bei dem sie fleissig mitmischt und wie McCain dabei in die unterste Schublade greift, trägt nicht gerade zu einer Verbesserung meiner Einschätzung von ihr bei.

Jetzt hat ein Untersuchungsausschuss "herausgefunden", dass Palin ihr Amt als Governeurin von Alaska missbraucht hat. Hmmm, nach Allem, was ich so lese, stehen diese Vorwürfe aber auf dünnem Eis.

Der am Freitag veröffentlichte Untersuchungsbericht kommt zu dem Schluss, die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin habe bei der Entlassung eines ranghohen Beamten ihre Macht als Gouverneurin gesetzeswidrig missbraucht. [...] Bei der Entlassung Monegans sei es nicht ausschließlich um Familienstreitigkeiten gegangen, diese seien aber ein Faktor gewesen, heißt es in dem Bericht. Die Entlassung sei zwar gesetzeskonform gewesen, doch habe sich die Gouverneurin von dem privaten Streit beeinflussen lassen.

Das ist eine ganz heikle Sache. Klar, auf der einen Seite dürfen persönliche Streitigkeiten bei solch einer Entscheidung keine Rolle spielen. Hat sie sich also tatsächlich von ihrem persönlichen Streit mit dem Entlassenen beeinflussen lassen? Der Untersuchungsausschuss sagt, ja. Nur, kann man das denn wirklich wissen?

Die andere Seite sieht nämlich so aus: Es würde bedeuten, dass man als Governeurin Niemanden entlassen kann, wenn mit diesem ein persönlicher Streit besteht. Also auch dann nicht, wenn es gute Gründe für die Entlassung gibt. Denn man setzt sich ja damit dem Vorwurf des Amtsmissbrauchs aus. Und auch der Untersuchungsausschuss hat diese guten Gründe für die Entlassung ja nicht in Abrede gestellt. Hier bewegt man sich argumentativ auf ganz dünnem Eis, und Barak Obama täte gut daran, die Aussage dieses Untersuchungsausschusses nicht auszuschlachten. Das dürfte sonst wie ein Boomerang zu ihm zurückkommen.


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