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Slot Music

Thu, 16 Oct 2008 11:20:33 +0200

Ein neues Musikmedium geistert durch die Presse und die Blogosphäre: SlotMusic. Dabei geht es einfach darum, ganz normale Alben, die bisher auf CD verkauft wurden, nun auch auf MicroSD zu verkaufen. Anscheinend für den gleichen Preis.

In der Blogosphäre bezweifelt man allgemein den Erfolg dieses Konzepts. Ich denke,das kann durchaus Erfolg haben. Das Zauberwort hier heisst DRM-frei. Die Musik lässt sich also genau so verwenden wie die Musik auf einer CD. Kein Ärger, wenn mal wieder ein Server abgeschaltet wird, oder eine Rechteverwerterfirma hopps geht, oder der Kunde sein Betriebssystem wechselt, oder oder oder. Unter dieser Voraussetzung kann dieses Konzept aufgehen, selbst, wenn die Preise ähnlich überteuert sein dürften wie bei CDs. Dennoch: Man kauft Etwas, das man anfassen kann, und das tatsächlich Eigentum wird. Kein zweifelhaftes Mieten mit ungewissem Ausgang wie bei DRM.

Die Zweifel am Erfolg dieses Mediums basieren wohl zum Teil auf dem Preis, zum Teil auf der eben genannten Anfassbarkeit. In der Tat sind MicroSD Karten sehr klein. So in etwa wie ein 1 Cent Stück. Doch wo ist da das Problem? Insbesondere im mobilen Bereich dürfte die Winzigkeit dieser Karte eher von Vorteil sein. Erinnert sich noch Jemand an den "Walkman"? Zuerst mit Cassetten, später mit CDs. Wenn das Format noch kleiner wird, können die Player auch noch kleiner werden. Eigentlich eher praktisch.

Ein kleineres Problem dürfte vielleicht die Handhabbarkeit sein, wenn man viele dieser MicroSDs hat. Hier kann die Zubehörindustrie mal was Nützliches tun und geeignete Aufbewahrungsbehälter auf den Markt bringen. Am Besten mit einer Entnahmehilfe oder Auswahlhilfe, so dass man mit den Fingern nicht so arg fummeln muss. Und für das Fahrzeug wäre ein Behälter interessant, der diese Karten vor Überhitzung im Sommer schützt. CDs im Auto sind im Sommer nämlich nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Hier wäre vielleicht ebenfalls ein Einsatzgebiet des neuen Mediums.

Für die heimische Musiksammlung halte ich das Format allerdings für eher ungeeignet. Hier ist eine CD wesentlich repräsentativer, leichter zu handhaben, und die Größe stört auch nicht, Regal sei Dank. Aber für die Teenie-Handy-Generation auf dem Pausenhof dürfte das ideal sein.

Ich selber werde mir wohl weiterhin CDs kaufen, und mir die MP3s bei Bedarf selber erstellen und zusammenstellen, um mir meine Lieblingsmusik z.B. auch im Auto anhören zu können.


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