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Sodann eckt an

Fri, 17 Oct 2008 10:47:05 +0200

Der Kandidat der Linken für das Präsidentenamt eckt an. Ich muss ehrlich gesagt bei seinen Aussagen breit grinsen. Er setzt seine wohl gewählten Worte so feinfühlig wie die Axt im Walde. Ob er bei der gezeigten hohen Kunst der Diplomatie jetzt unbedingt als Bundespräsident geeignet ist, na ja... Aber so ganz falsch liegt er mit seinen Aussagen nicht.

Ich halte das, was wir haben, nicht für eine Demokratie. Es ist auch das Schwierigste, was den Menschen einfallen kann.

Da hat er gar nicht so Unrecht. Demokratie erschöpft sich nicht darin, alle paar Jahre einmal wählen zu dürfen. Wählen zwischen Parteien, die inzwischen kaum noch eine Alternative darstellen. Demokratie ist wesentlich mehr. Fazit: Recht hat er. Etwas grobschlächtig formuliert, aber ansonsten durchaus richtig.

Desweiteren würde er als Polizist (Er als Schauspieler spielt einen Kommissar in der Tatort Reihe) würde Ackermann verhaften lassen. Nun ja, Stichwort Bankenkrise, Veruntreuung, und vermutlich noch ein paar mehr Dinge. Ob's nach Gesetz für eine Verhaftung ausreichen würde, weiss ich nicht. Ist auch egal. Auch hier wieder: Grundsätzlich Wahres mit dem Vorschlaghammer präsentiert. Nicht die feine Englische, aber so ganz Unrecht hat er nicht

Ausserdem will er unsere Nationalhymne durch eine andere ersetzen. Durch eine, die im Zuge der Wiedervereinigung schon mal im Gespräch war. Ich finde die Idee gar nicht schlecht. Die Wenigsten können heute noch den Text unserer Nationalhymne verstehen. Und dem geeinten Deutschland eine neue Nationalhymne zu geben halte ich grundsätzlich für eine gute Idee. Ostdeutschland ist nicht von Westdeutschland geschluckt worden. Eigentlich haben wir die Wiedervereinigung im Wesentlichen den Bürgern der ehemaligen DDR zu verdanken. Da wäre auch symbolisch ein Neuanfang eine gute Idee.

Tja, und nun hagelt es Kritik. Der nordrhein-westfälische CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst bezeichnete den Schauspieler als "unwürdigen Kandidaten für das höchste Amt im Staat". Soso, der Verzicht auf eigene und unbequeme Gedanken macht Jemanden also "würdig" für das höchste Amt im Staat. Das ist ja interessant. Also, ich finde Jemanden, der selber denkt, und diese seine Gedanken auch beim Namen nennt, durchaus für "würdig". Ich muss seine Gedanken und Ideen nicht 100%ig teilen, und ich kann seine Methoden und seine Rethorik grobschlächtig finden, aber der Mann beweist mehr Würde für dieses Amt als die meisten sonstigen Politiker. Ich bin mir nicht sicher, ob er bessr wäre als z.B. Gesine Schwan. Er ist sicher ganz anders. Aber unwählbar? Eher im Gegenteil. Hier wird eine echte Alternative geboten. Man muss ihn ja nicht unbedingt wählen, aber man sollte ihn respektieren.


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