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Vielfalt oder Einheitsbrei?

Wed, 15 Oct 2008 13:26:42 +0200

Die Globalisierung - verteufelt und vergöttert. Doch was immer man davon hält, die Globalisierung ist eine Tatsache.

Die Globalisierung bietet tatsächlich auch Chancen. Eine globale Verständigung und ein globales Verständnis könnten tatsächlich Kriege unwahrscheinlicher werden lassen. Ich weiss, das ist utopisch. Aber immerhin theoretisch möglich. Zumindest mir kommt die Möglichkeit einer globalen Verständigung sehr entgegen. Ich bin sehr neugierig und fasziniert von Andersartigkeit. Meine Möglichkeiten, Neues kennen zu lernen, wären ohne die Globalisierung deutlich beschränkter.

Für mich manifestiert sich die Globalisierung auch und gerade in der Sprache und dem damit direkt verbundenen Denken. Dazu habe ich hier und da schon geschrieben:

Und vermutlich noch andere. Der Grundgedanke dahinter ist immer: Auf der einen Seite ist eine Art gemeinsamer Sprache eine sehr nützliche Sache. Auf der anderen Seite wird aber leider dadurch die eigene Sprache und das eigene Denken nur selten bereichert, sondern im Gegenteil verarmt. Das heute übliche weltweite US-Englisch ist sowohl sprachlich als auch gedanklich eher der von Ad Sinistram so genannte Einheitsbrei, der kleinste gemeinsame Nenner. Dabei ist, genau wie in der Natur eine Artenvielfalt überlebenswichtig ist, für den Menschen eine Gedanken- und Kulturvielfalt überlebenswichtig. Hier allerdings US-Amerika mit seinem weltweiten Sendungsbewusstsein die alleinige Schuld zuzuschieben, würde deutlich zu kurz greifen. Natürlich, die US-Amerikaner kennen nur ihre eigene Lebensweise und glauben, dass diese die einzig richtige und Mögliche ist. Ziemlich arm, Sowas. Aber warum lassen sich ganze Völker mit eigener vielfältiger Kultur darauf ein, dieses Eigene zugunsten des weltweiten Einheitsbreis aufzugeben? Anscheinend sind nur die Japaner in der Lage, eigene Kultur zu pflegen und trotzdem gerade so viel vom Einheitsbrei zu übernehmen, um Teil der Weltbevölkerung zu sein.Eine interessante Eigenschaft.


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