Das ganz normale Chaos, täglich frisch auf den Tisch. Direkt aus der hintersten Provinz in die Metropolen von Groß-Blogistan.


  1. Laute Blogger?
  1. Laute Blogger?

    Mon, 07 Jan 2008 14:36:27 GMT

    Im Zusammenhang mit einem Interview mit dem Rivva-Betreiber geht es derzeit um ein merkwürdiges Thema in Großblogistan: Laute Blogger. Genauer: Möglicherweise zu laute Blogger. Dabei wird der Gedanke aufgeworfen, ob die sogenannten A-Blogger vielleicht die restliche Bloggerscene irgendwie unterdrücken oder kaum noch wahrnehmbar machen.

    Der Gedanke hat was, zielt aber in die völlig falsche Richtung. Das Problem liegt weder an den A-Bloggern noch an den vielen "kleinen" Bloggern. Es liegt zu einem kleinen Teil an den klassischen Medien, die immer noch versuchen, Blogs kleinzureden. Und es liegt zu einem großen Teil an der Leserschaft. Die Leserschaft reagiert da nämlich nicht anders als jeder beliebige Mensch bei jedem beliebigen Angebot: Da, wo Alle hingehen, da muß es einfach toll sein. Ab einem gewissen Bekanntheitsgrad wird so ein Blog beinahe zum Selbstläufer. Wenn Alle darüber reden, dann muss es ja einfach interessant sein. Robert Basic könnte in der Qualität seiner Schreibe durchaus nachlassen, und es würde kaum Jemand bemerken. Jedenfalls eine recht lange Zeit lang. Das Einzige, was sein Blog schnell und sicher in der Versenkung verschwinden lassen würde, wäre, wenn er aufhörte zu bloggen. Und das wird er wahrscheinlich so schnell nicht tun. Warum auch? Selbst wenn, würde das das Problem nicht lösen. Ist ein Star gegangen, kommt eben ein neuer.

    Da die A-Blogger mit diesem Phänomen also gar Nix zu tun haben, wäre es irrelevent, ihnen irgendeine Änderung ihres Blogverhaltens vorzuschlagen. Und die kleinen Blogger? Nun, die sollten fleissig weiter bloggen. Sehr wenige werden mal Stars werden. Aber selbst wenn nicht, warum sollte das ein Grund sein, mit dem Bloggen aufzuhören? Ist das Bloggen Teil meiner Erfolgsstrategie oder tue ich es, weil ich es für richtig halte? Als Erfolgsstrategie ist es immerhin besser (mit besseren Aussichten) als Lotto spielen, aber auch nicht sehr viel besser. Wenn man es aus Überzeugung tut, dann ist das Bloggen an sich schon der Erfolg. Nicht die Menge der Leser macht es aus, und nicht die Anzahl der (Blog-)Artikel über Dein Blog, sondern, ob Du persönlich es so für richtig hältst.

    Natürlich können solche Artikel über Dein Blog Dir ein Feedback geben. Und in einzelnen Aspekten kann das auch schon mal zu einer persönlichen Korrektur führen. Qualität ist auf Dauer auch bei den Inhalten ausschlaggebend. Und das Schreiben kann man lernen. Dazu muss man nicht unbedingt einen Lehrgang besuchen (obwohl das manchmal nützlich sein kann), man kann es auch lernen, indem man es einfach tut. Aber die Meisten, die nur nach dem sichtbaren Erfolg streben, werden scheitern. Stars kann die Menschheit nun mal nur eine gewisse Menge gebrauchen.