Das ganz normale Chaos, täglich frisch auf den Tisch. Direkt aus der hintersten Provinz in die Metropolen von Groß-Blogistan.


  1. Pflichtlektüre für Blogger
  1. Pflichtlektüre für Blogger

    Tue, 08 Jan 2008 08:36:41 GMT

    Ganz ähnlich wie in meinem gestrigen Artikel Laute Blogger geht heute auch das Editorial der c't 2/08 an das Thema Bloggen und Erfolg heran. Klar, dass nur ein verschwindend kleiner Bruchteil das Zeug dazu hat, vom Hyperlinkputzer zum Pageview-Millionär aufzusteigen. So ist es. Und mit Hyperlinkputzer hat hier Gerald Himmelein vermutlich ein neues Buzzword erfunden.

    Es ist eine Tatsache, dass das Web 2.0 mit der Chancengleichheit auf gleichen Erfolg für Alle nur eine Illusion verbreitet. Ob Jemand in der Blogosphäre Erfolg hat, hängt zu einem eher kleinen Teil von Talent und harter Arbeit ab, und zu einem größeren Teil einfach von Glück. Wie ich gestern schon geschrieben habe: Besser als Lotto spielen, aber nicht viel besser. Jorn Barger etwa mag zwar den Begriff Weblog erfunden haben; vor zwei Jahren lief jedoch ein Spendenaufruf durchs Web. Der Urvater der Szene kommt seit Jahren bei Freunden unter. Das Geblogge mag zwar seine Tage füllen, nicht jedoch seinen Geldbeutel. Ich vermute mal, dass es ihm wie einigen Anderen genauso gehen wird wie den Größen der Vergangenheit, wie zum Beispiel einem Mozart: Erst nach seinem Tod kamen wfindige Geschäftemacher auf den Dreh, mit den Werken dieses großen Mannes Geld zu machen. Möglicherweise werden Jorn Bargers Worte eines Tages teuer gehandelte Kunstwerke sein, aber ganz bestimmt erst lange nach seinem Tod. Und den Gewinn wird nicht mehr er einstreichen, sondern eine Verwertungsgesellschaft. Wer also bloggt um davon leben zu können, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Chancen, damit Erfolg zu haben, nahe bei Null sind. Da gibt es doch dieses Bild, ich glaube, von Spitzweg (ich bin kein großer Kunstkenner): "Der arme Poet". So etwa sieht die Realität der Allermeisten aus, die versuchen, vom Bloggen (oder auch anderer Art zu schreiben) aus. Das ist schlicht eine Tatsache. Wer also schreibt, sollte es aus Überzeugung tun, und nicht, um damit Erfolg zu haben.