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  1. Der Wert der Arbeit
  1. Der Wert der Arbeit

    Tue, 15 Jan 2008 18:26:52 GMT

    Mich als Arbeitslosen betrifft das ja direkt. Noch bekomme ich Arbeitslosengeld 1. Aber irgendwann steht mir wohl Harzt4 ins Haus. Bis dahin bin ich 51, und kein deutscher Personalchef stellt so einen Methusalem ein.

    Was mir bei der Bezahlung für Arbeit schon seit Längerem durch den Kopf geht, ist folgendes: In aller Regel kann Jeder den Wert der eigenen Arbeit einschätzen. Gut, viele neigen auch dazu, diesen Wert zu überschätzen, aber sei's drum. Was jedoch kaum Jemand kann, ist, den Wert einer andersartigen Arbeit einzuschätzen. Genauso wie der Manager oft der Meinung ist, dass den Job als Web- und Systemadministrator doch jeder Affe machen könnte, genauso ist jener "Affe" der Meinung, dass so ein Manager nur Phrasen dreschen und Geld ausgeben kann, aber ansonsten gar Nichts tut. Das ist ungerecht, aber dieses Unverständnis ist leider extrem verbreitet. Die Sache hat jedoch einen fürchterlichen Haken: Das Gehalt des Managers (oder auch des Parlamentariers oder Politikers) wird von ihm selbst festgesetzt. Logischerweise danach, wie er selbst den Wert seiner Arbeit einschätzt. Das Gehalt des Ingenieurs wird hingegen nicht vom Ingenieur festgesetzt, sondern vom Manager, der den Wert dieser Arbeit überhaupt nicht einschätzen kann. Folgerichtig wird so bezahlt, wie der Manager den Wert der Arbeit des Ingenieurs einschätzt: So wenig wie irgend möglich, und selbst das ist noch zu viel. Aus der Sicht des Managers durchaus logisch und folgerichtig. Nur beruht dieses Urteil auf einem völligen Unverständnis dieser ganz anders gearteten Arbeit gegenüber. Wenn der Ingenieur das Gehalt des Managers festsetzen sollte, würde er vermutlich genauso handeln.