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  1. Barrierefreies Webdesign
  1. Barrierefreies Webdesign

    Fri, 18 Jan 2008 11:03:40 GMT

    Bei Jens Meiert gibt es eine deutsche Übersetzung eines original englichen Artikels, der sehr lesenswert ist. Titel: Einführung in Barrierefreiheit im Internet (WebAIM). Der Artikel geht hauptsächlich auf das Warum des Barrierefreien Designs ein und bietet darüberhinaus ein paar Richtlinien, die das Wie ebenfalls etwas erklären.

    Da es jedoch erfahrungsgemäß schwer bis unmöglich ist, sich wirklich in die Lage, Sicht- und Denkweise anderer Personen hineinzuversetzen, ist es ebenso schwierig, diese Art von Webdesign wirklich zu lernen. Zum Glück gibt es einen kleinen Trick, mit dem man sich sehr gut behelfen kann. Das geht folgendermaßen: Zunächst erstellt man wie gewohnt eine Webseite. Dann, falls nicht schon im ersten Schritt getan, separiert man sämtliche css Styles in eine separate Datei. So weit, so klassisch, doch nun kommt das Abenteuer. Ein typischer Webdesigner ist ja, wie die meisten Menschen, visuell orientiert. Es hilft also Nichts, dem Webdesigner vorzuschreiben, er solle sich mal eben gegen seine Natur anders orientieren. Was aber geht, ist, die visuelle Orientierung einfach mal alternativ zu nutzen. Hierzu erstellt man zu der selben html-Datei ein alternatives Aussehen und erstellt dazu ein alternate stylesheet. Dieses alternative Aussehen sollte sich deutlich von dem vorherigen unterscheiden. Noch besser ist es, die Erstellung des anderen visuellen Layouts übernimmt ein anderer Designer. Dann wird es wirklich unterschiedlich.

    Bei der Einpassung dieses alternativen Stils wird man feststellen, dass etliche html-Konstrukte nun nicht mehr passen. Andere Konstrukte sind überflüssig geworden. Diese Konstrukte sind damit als presentational markup entlarvt. Und hier beginnt die Lernphase. Wenn man es dann geschafft hat, dieser einen html-Datei mehrere alternative Layouts und Präsentationen zuzuweisen, dann hat man gelernt, das html-Coding unabhängig von einem bestimmten Erscheinungsbild zu machen. Dann ist der html Code frei von presentational markup. Der Schritt von einem html Code, der unabhängig vom Ausehen ist, zu einem html-Code, der unabhängig von einem bestimmten Medium ist, ist nun sehr sehr klein. Dazu muss man kein neues Konzept lernen, nur ein bisschen zusätzliche Syntax, die sich im Wesentlichen auf die @media css Regeln beschränkt. Denn ein html Code, der unabhängig von einem Medium ist, ist wahrscheinlich auch bereits unabhängig von anderen Medien.

    Dieser Lernprozess ist jedoch unumgänglich. Ansonsten wird immer mit dem Fokus auf dem visuellen Design gearbeitet, und anschließend versucht, die Seite durch ein paar Flickereien ein bisschen barriereärmer zu machen. Das wird nie wirklich funktionieren.