Das ganz normale Chaos, täglich frisch auf den Tisch. Direkt aus der hintersten Provinz in die Metropolen von Groß-Blogistan.


  1. Panikmache
  1. Panikmache

    Sat, 16 Feb 2008 13:11:41 GMT

    Die Angst vor dem Terrorismus ist allgegenwärtig. Und die Lösung dafür durch den Staat ist ebenfalls bekannt: Totale Überwachung und generelle Verdächtigung jedes Bürgers. Es gilt nicht mehr, dass Jemand als unschuldig zu gelten hat, bis das Gegenteil bewiesen ist, sondern im Zusammenhang mit dem Kampf gegen den Terror gilt, dass Jeder als schuldig zu gelten hat bis zum Beweis des Gegenteils.

    Natürlich ist der Terrorismus eine reale Bedrohung. Und natürlich ist der Kampf gegen den Terrorismus ein berechtigtes Anliegen sowohl des Staates als auch der Bürger, die um ihre Sicherheit fürchten. Immerhin kamen seit 2001 in Europa insgesamt 247 Menschen durch einen terroristischen Anschlag ums Leben (da zählen auch die Baskischen Separatisten und deren Anschläge in Spanien sowie die nordirischen Terroristen beiderlei Couleur dazu). Das sind definitv 247 zu viel. Und da muss mit Sicherheit Etwas dagegen getan werden. Doch bei der Entscheidung, was man dagegen tun muss, sollte man sich leiten lassen von dem, was man gegen andere Bedrohungen unser Aller Sicherheit in ähnlicher Größenordnung unternimmt. Eine ebenso reale und tödliche Bedrohung stellen beispielsweise Stürme dar. Durch Stürme kamen im gleichen Zeitraum 256 Menschen ums Leben, z.B. durch herabfallende Äste. Das ist eine ernstzunehmende Bedrohung unserer Sicherheit, der auf jeden Fall die gleiche Aufmerksamkeit und der gleiche Einsatz zuteil werden sollte wie der Bedrohung durch den Terrorismus. Schließlich sind die Opferzahlen sehr vergleichbar.

    Und in der Tat: Bei uns hat man kürzlich sämtliche Alleebäume gefällt. Vermutlich als Gegenmaßname gegen terroristische Bäume, die unschuldige Bürger mit ihren herabfallenden Ästen erschlagen. Ich finde es zwar traurig, dass die Bäume weg sind, und mir ist ein Stück Heimat dadurch verloren gegangen, aber der Kampf gegen den Terrorismus durch herabfallende Äste hat natürlich Vorrang. Doch wie sieht es mit weiteren Maßnamen aus? Werden etwa alle Holzfäller und alle privaten Besitzer eineer Kettensäge vom Verfassungsschutz überwacht? Ich besitze übrigens auch eine Kettensäge, die ich allerdings zur Zeit an meine Eltern ausgeliehen habe. Bin ich jetzt des Terrorismus verdächtig, weil ich ja auf einem Baum sitzen könnte und dort Äste absägen könnte, die dann unschuldigen Bürgern auf den Kopf fallen? Wenn es danach geht, wie der Staat handelt, dann anscheinend ja. Nur scheint der Staat hier extrem schlampig zu sein. In diesem Zusammenhang wird Niemand überwacht. Man lässt die Kettensägenbesitzer munter weiter die harmlosen Passanten terrorisieren. Da tut Niemand Etwas dagegen.

    Und wie sieht es mit dem Drahtzieher hinter diesen Terroristischen Anschlägen aus? Ein Baum wirft ja seine Äste nicht aus eigenem Antrieb durch die Gegend. Nein, da steckt ein international agierender Topterrorist dahinter: Der Sturm. Anstatt dem Sturm mit aller Macht entgegen zu treten, sorgt man durch eine Wirtschaft, die das Klima massiv schädigt, dafür, dass Stürme immer häufiger und immer stärker werden. Und wie sieht es hier mit der allgegenwärtigen Beobachtung aus? Wird etwa jedes kleine Lüftchen sofort des Terrors verdächtigt und vom Verfassungsschutz unter Beobachtung gestellt? Also, ich konnte da bislang noch Nichts feststellen. Und wo bitte bleibt der Politiker oder gar Innenminister, der endlich unsere Verfassung ausser Kraft setzt, um dem Kampf gegen die Terrorstürme endlich die angemessenen Mittel entgegen stellen zu können? Wo bleibt der Verfassungsschutz, der jedem Büger, der zu viel Bohnen oder Zwiebeln gegessen hat, vorsorglich einen Sektkorken in den sie-wissen-schon-wen steckt, um diese Terrorwinde sofort im Keim zu ersticken? Ich fordere von unseren Politikern im Interesse der Sicherheit unserer Bürger endlich ein konsequentes und effektives Vorgehen gegen Terrorstürme!