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  1. Bloggen ist doch Journalismus?
  1. Bloggen ist doch Journalismus?

    Sat, 02 Aug 2008 21:18:14 +0200

    Vielleicht habe ich mich ja in meinen sonstigen Einschätzungen geirrt. Vielleicht ist Bloggen ja doch Journalismus. Laut taz verbietet das Internationale Olympische Komitee (IOC), mit Verweis auf die Olympische Charta, "Athleten, Trainern, Offiziellen und anderen akkreditierten Teilnehmern" während der Olympischen Spiele jegliche kommerzielle und journalistische Tätigkeit. Damit ist explizit auch das Bloggen gemeint. Da Bloggen in den seltensten Fällen eine kommerzielle Tätigkeit ist, ist es also eine Journalistische Tätigkeit.

    Das IOC ist natürlich in der Beurteilung solcher Dinge wesentlich kompetenter als ich. Wenn das IOC sagt, dass Bloggen eine journalistische Tätigkeit ist, dann bin ich also, hochoffiziell abgesegnet, ein Journalist. Wohw! Ich hätte nie gedacht, jemals auf so seltsamen Wegen zu solch hochoffiziellen Weihen zu kommen. Ich bin ein Journalist! Das muss ich erst mal sacken lassen. Muss ich mir jetzt meine Kloschüssel vergolden lassen?

    Davon mal abgesehen zeigt das RA-Blog auch einen anderen Aspekt auf: Den auffallenden Zusammenhang zwischen dem Gebaren des IOC (oder der Olympischen Charta) mit der totalitären Zensur der Chinesischen Diktatur. Über letztere beschweren wir uns zu Recht. Warum beschwert sich Niemand über diese merkwürdigen Vorschriften des IOC? Warum sollte ein Sportler kein Tagebuch führen dürfen, ob nun online als Blog oder traditionell mit Papier und Stift? Dass Kommerz verboten wird, kann ich grade noch so nachvollziehen. Aber selbst, wenn aus so einem privaten Tagebuch im Nachhinein möglicherweise Profit geschlagen werden kann, warum um aller Welt sollte Sowas verboten sein? Wer bei den Olympischen Spielen als Sportler erfolgreich ist, kommerzialisiert diesen Erfolg ganz normal auf ganz andere Arten und wesentlich lukrativer als durch die Vermarktung eines Tagebuches. Dagegen geht das IOC nicht vor. Merkwürdig.