Das ganz normale Chaos, täglich frisch auf den Tisch. Direkt aus der hintersten Provinz in die Metropolen von Groß-Blogistan.


Die Wüste Blogi

Tue, 23 Sep 2008 16:34:08 +0200

Bei Robert Basic kann man wieder einmal fündig werden, was allgemeine Verschwörungstheorien zur Blogosphäre angeht. Laut einer Statistik von Technorati wird kaum noch veröffentlicht (gebloggt). Von etwa 100 Millionen Blogs sind ganze 5-6% in den letzten drei Monaten aktiv gewesen. Das Ende der Welt naht, die Blogosphäre ist fast schon am Ende.

Nun ja, wie das eben so ist mit Statistiken: Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast. Mein Blog dürfte bei Technorati z.B. wahrscheinlich unbekannt sein und also nicht mitgezählt worden sein. Und wie man sehen kann, war ich durchaus die letzten drei Monate aktiv. Vielleicht nicht ganz so aktiv wie Deutschlands Vielblogger Nummer 1, aber doch aktiv. Ich denke mal, dass es ausser meinem noch einige andere Blogs gibt, die bei Technorati unbekannt sind. Schon alleine aus diesem Aspekt ist diese Statistik mit Vorsicht zu genießen.

Allerdings habe ich auch selber bemerkt, dass die Aktivität in der Blogosphäre nachgelassen hat. Einige bloggen noch immer fleissig vor sich hin. Aber ich habe erst gestern etliche Blogs aus meiner Blogroll entfernt, weil dort schon monatelang Nichts mehr passiert ist. Alles Blogs, die einmal sehr interessant waren. Vielleicht ist die große Hype tatsächlich vorbei, und Bloggen wird zu einer selbstverständlichen Kommunikationsform einer Minderheit. Das bedeutet natürlich traurigerweise, dass die hochgesteckten Erwartungen bezüglich Geldsegen deutlich zurückgeschraubt werden müssen. Eine Minderheit ist nun mal kein ideales Ziel für Werbung. Wenigstens werden die Blogs dadurch vielleicht interessanter.

Was den langen Atem, das Durchhaltevermögen, angeht, hat Robert vermutlich Recht:

Bloggen ist fast schon eine Berufung. Wenn man es nur wegen externen Gründen tut (Nachahmung Dritter, schielen auf Traffic bzw. Einnahmen, Ruhm und Ehre), wird man früher oder später damit aufhören. Wer jedoch den ruhigen und dauerhaften Austausch auf einer sehr persönlichen Ebene schätzt, wird schwerlich andere Publikationsformen bzw. Systeme finden, die einem etwas ähnliches bieten.

1 Kommentare

  • Tue, 23 Sep 2008 16:49:45 +0200

    Nachtrag: Was "Ruhm und Ehre" angeht, so habe ich es immerhin bis "Rum" geschafft. Weiter bin ich noch nicht gekommen. Prost!