Das ganz normale Chaos, täglich frisch auf den Tisch. Direkt aus der hintersten Provinz in die Metropolen von Groß-Blogistan.


  1. Reich-Weite
  1. Reich-Weite

    Mon, 19 May 2008 19:31:29 +0200

    Robert Basic macht sich mal wieder Gedanken über die Bedeutung von Blogs im Allgemeinen und die deutsche Blogosphere im Speziellen. Ein gut geschriebener Rundumschlag gegen den Irrtum, per Blog an das schnelle Geld zu kommen, und gegen den Eindruck, in den USA wäre doch Alles viel besser. Ist es nicht.

    Und trotzdem sind Blogs wichtig und ein signifikantes Phänomen unserer Zeit. Auch, wenn selbst aus den Industriestaaten nur vielleicht 1% der Bevölkerung an diesem Phänomen teil hat. Bloggen mit all seinen Möglichkeiten ist eines der wesentlichen besonderen Merkmale unserer Zeit. Das andere Merkmal sind diese sogenannten sozialen Netze (die so sozial eigentlich gar nicht sind). Auch dieser Aspekt ist in Roberts Artikel gut dargestellt.

    Na dann will ich doch mal ein paar Worte über die Reichweite eines ganz speziellen und besonderen Blogs ein paar Gedanken verlieren: Über dieses Blog hier. Dieses hat zunächst, primär und beabsichtigt, eine genau und exakt definierte Reichweite: Eine Person (mich selbst). Hier schreibe ich meine persönlichen Gedanken nieder, konkretisiere sie damit und halte sie fest. So werden aus dem flüchtigen Gewimmel der Gedanken einzelne Inseln herauspräpariert, konkretisiert und für Alle sichtbar dargestellt. Das hilft zunächst mal einfach mir, mich dieser Gedanken selbst wirklich bewusst zu werden.

    Darüberhinaus hat Rorkvell noch eine für mich überraschend und unerwartet hohe Reichweite. Laut 1und1 Statistik täglich 500 bis 700 "unique visitors", die den Feed lesen (Abonnenten?). Das wäre gigantisch. Bekanntermaßen wird die Statistik bei 1und1 allerdings etwas "großzügig" berechnet. Aber selbst, wenn ich also grob über den Daumen gepeilt dieses Ergebnis auf die Hälfte reduziere, sind das immer noch 250 bis 350 Leser. Ziehe ich davon noch vielleicht 200 Bots ab, dann verbleiben 50 bis 150 Leser. Und nun stelle ich mir mal vor, ich würde mein Wohnzimmer vollgestopft finden mit 50 bis 150 Personen, die darauf warten, dass ich Etwas zu sagen habe. Vermutlich würde ich da vor lauter Aufregung nur noch stottern.

    Aber so per Blog ist das ganz prima. Ich freue mich über Jeden, der meine Gedanken lesenswert findet. Auch, wenn ich das im konkreten Fall nur sehr selten mitbekomme. Dies ist, wie ich bereits mehrfach geschrieben habe, technisch bedingt. Doch wenn es jetzt was wird mit der Arbeit, und sich das nicht nur als Luftblase erweist, dann werde ich mit Rorkvell umziehen auf einen Webspace mit PHP. Die Kommentarfunktion ist grundsätzlich fertig (muss aber noch mit Spamschutz ergänzt werden (böse Welt, das...)), und dann kann es endlich losgehen mit den Kommentaren. Dann werde ich wohl hier und da erfahren, wer denn so Alles ganz konkret meine Gedanken lesenswert findet. Und ich hoffe, dass sich daraus so manche anregende Diskussion entwickeln wird. Jedenfalls freue ich mich drauf.

    Und Geld verdienen mit diesem Blog? Ich wüsste nicht, wie. Werbung schalten? Eher nicht. Ich mag keine Werbung. Und sonst? Keine Ahnung. Vielleicht, wenn ich per Zufall irgendwann mal eine ganz ganz tolle Idee habe, setze ich diese vielleicht um. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist geringfügig höher, als sechs Richtige im Lotto zu haben (da ich nicht Lotto spiele). Also nicht ausgeschlossen. Bis dahin bleibt dieses Blog in jeder Hinsicht meine ganz persönliche Spielwiese.