Immer wieder nützlich, immer wieder brauchbar: Blindtexte. Vom klassischen
lorem ipsum
bis zu Wenn ich groß bin
. Einer, den ich besonders
gut finde, ist der unter dem Titel Lesbarkeit
:
Lieber Kunde und Leser, falls Sie keine Probleme haben, diesen Blindtext schnell und zügig zu lesen, können Sie sich glücklich schätzen. Der verantwortliche Art Director, der Ihnen höchstwahrscheinlich gerade diesen Entwurf präsentiert, versteht sein typografisches Handwerk par excellence.
Er hat diesen Copyblock weder gestaucht, gezerrt, noch in Versalien oder gar in 6 Punkt Eurostile Outline gesetzt. Er hat ihn ganz einfach lesbar gemacht. Offenbar sogar ziemlich gut, sonst hätten Sie wohl schon einige Zeilen zuvor die Leselust verloren.
Beachten Sie nur die Zeilenbreite, die er gewählt hat. Sie ist weder zu lang noch zu kurz gewählt. Der dazugehörige Zeilenabstand ist ideal. Ihre Augen haben keinerlei Probleme, vom Ende einer Zeile in die nächste zu gelangen.
Um einen solchen Art Director kann man Sie beneiden. Er nutzt den ihm gewährten gestalterischen Freiraum nicht, um sich selbst darzustellen, sondern Sie. Er weiß, daß es Wichtiges über Ihr Unternehmen oder Produkt zu sagen gibt.
Und dem räumt er großzügig Platz ein.
Dieser Mensch hat zweifelsohne nicht am Mäschäßutzets Inschtitut of Gräfick Ahts studiert. Er besitzt keine Bücher von Neville Brody oder April Greiman, und wenn doch, ordnet er sie im Regal unter Kunst ein. Statt dessen pflegt er eine liebevoll innige Beziehung zu Büchern von Tschichold und Otl Aicher. Und: Er liest sie.
Sie sollten an dieser Stelle ruhig mal zu ihm rüberlächeln.
Loben Sie ihn.
Laden Sie ihn zum Essen ein.
Denn Sie werden sicher noch viel Freude an seiner Arbeit haben.
Ein Blindtext mit Inhalt! Sollten sich die meisten Webdesigner mal reinziehen.
Und verinnerlichen! Die meisten Seiten im Web sind für mich unlesbar. Jedenfalls
ohne Hilfsmittel. Ich sehe nun mal schlecht und brauche große Schriften. Größer
als die voreingestellten 16px. Und was machen Webdesigner? Reduzieren noch mal auf 10px.
Haben wohl Alle am Mäschäßutzets Inschtitut of Gräfick Ahts
studiert.
Dort studiert man wohl vor Allem Selbstdarstellung. Aber Webseiten für Menschen wie
mich lesbar und nutzbar zu machen, das studiert man dort wohl nicht.