Die kürzliche DoS Attacke gegen Twitter, Facebook, Google und LiveJournal galt wohl nur einem einzelnen Blogger, einem Abchasier mit dem Pseudonym CyxyMu. Was mich ein wenig wundert, ist, warum sich z.B. Claudia Sommer wundert, wie man auf die Idee kommen kann, das halbe Internet lahmzulegen, nur um einen einzigen Blogger mundtot zu machen.
Wenn Jemand rücksichtslos, egoistisch und arrogant genug ist, um überhaupt
auf die Idee zu kommen, Jemanden mundtot zu machen, anstatt vernünftig zu
diskutieren, warum sollte man dann erwarten, dass so Jemand Anderen gegenüber
plötzlich rücksichtsvoll, altruistisch und bescheiden ist? Und dann gar gegenüber
einer anonymen Masse wie den Internetnutzern? Wie sollte Jemand, der offensichtlich
nur an sich selbst denkt, plötzlich in der Lage sein, auch mal an Andere zu
denken? Wer fähig ist, in Bergiffen wie Verhältnismäßigkeit
zu denken,
ist auch in der Lage, zu erkennen, dass das Mundtot-machen von Anderen immer
unverhältnismäßig ist.
Interessant an diesem Vorfall ist, dass es sich hier um den Versuch einer Zensur handelt, durchgeführt von vermutlich einem Einzelnen. Und Zensur ist ja derzeit ein heisses Thema im Netz. So möchten unsere Politiker anscheinend gerne die Internetsperren auch auf sogenannte Urheberrechtsverstöße ausweiten. Das und Ähnliches hat die Netzgemeinde schon lange kommen gesehen. Auch hier soll das halbe Internet lahmgelegt werden, nur um (in diesem Fall) die Interessen einiger weniger Medienkonzerne zu wahren. Also reine Profitinteressen. Im Grunde ist der Unterschied zu dieser DoS Attacke dieses Kriminellen gar nicht so groß.