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Internet-Manifest

Sat, 12 Sep 2009 10:20:09 +0200

Kürzlich haben sich ein paar journalisten zusammengetan und ein Internet-Manifest verfasst. Ich habe mir das durchgelesen und fand es recht interessant. Nur: Dieses Manifest ist von Journalisten für Journalisten. Ich bin kein Journalist. Das Manifest ist also für mich eher eine interessante Randnotiz. Dennoch hat dieses Manifest eine gewaltige Diskussion ausgelöst.

Nun ja, "bizarr" fand ich es eigentlich nicht, wie Stefan Niggemeier vermutet. Ich finde nicht, dass mit diesem Manifest mir (Programmierer) erklärt werden sollte, wie das Internet funktioniert. Ich habe das eher so interpretiert, dass da ein Statement abgegeben wurde der Art Wir, die Journalisten, begreifen das Internet so. Und diese dort manifestierte Sichtweise kann ich durchaus gut finden. Dort werden auch Aspekte beleuchtet, die mir bislang nicht so wichtig waren, denen ich nicht die gebührende beachtung habe zuteil werden lassen. So gesehen fand ich dieses Manifest eher als Bereicherung. Nur, da es offensichtlich nicht an mich als Nicht-Journalisten gerichtet ist, hat dieses Manifest eher eine Bedeutung am Rand: Man bemerkt es, macht geistig eine Notiz und geht zur Tagesordnung über.

Nein, anmaßend fand ich es auch nicht. es war (und ist) die Sichtweise von Journalisten. Das hat seine Berechtigung. Das Internet ist kein Selbstzweck. Das Internet ist ein Werkzeug. Journalisten nutzen es als Werkzeug. Ein Techniker hat naturgemäß andere Vorstellungen vom Internet. Er sieht andere Aspekte. Aber deswegen ist nicht die eine Sichtweise irgendwie besser oder wichtiger als die andere. Insofern ist dieses Manifest ein absolut berechtigtes und vermutlich notwendiges Statement von Journalisten und (vielleicht nicht nur) für Journalisten. Die andere Zielgruppe, Redakteure, Publizierer und dergleichen werden dieses manifest vermutlich überwiegend nicht verstehen.


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