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Kritik

Fri, 14 Aug 2009 20:06:27 +0200

Anscheinend fühlt sich Jemand durch meine Ansichten zum Thema Webdesign verärgert. Heute habe ich eine e-mail bekommen. Der Brief war anscheinend zu meinem Arikel Webdesign Trends. Da der schon eine Weile zurück liegt, hier ein neuer Artikel als Kommentar.

Auf der Suche nach neuen Grafik und Webseiten Trends bin ich auf ihre Seite gestossen und muss ihnen sagen das ich ihre Meinung nicht teile was WEBDESIGN an geht.

Nun, da hat Niemand was dagegen. Die Wenigsten teilen meine Ansichten dazu.

In ihrem Blog schreiben sie (Webdesign Trends 26.03.09) was eine Webseite alles muss, wer legt diese regeln fest?

Nun, so weit es meine Artikel angeht und meine Ansichten zu Webdesign, lege ich diese Regeln fest. Diese sind allerdings sehr eng an die Regeln des W3C angelehnt. Sehr eng.

Ich als Grafikdesigner und Motiondesigner sage ihnen das Internet funktioniert nur weil es nicht funktioniert. Das Internet ist das inkompatibelste Medium überhaupt. Bei den fünf gängigsten Webbrowsern gibt es immer irgendwelche Probleme mit der Darstellung.

Hier gibt es offenbar ein Verständnisproblem. Das Internet ist zunächst mal nicht das World Wide Web. Aber gut, diese kleine Ungenauigkeit will ich mal nicht so wichtig nehmen. Interessanter ist die Behauptung, das Web (ich nehme an, das meinte der Author) sei inkompatibel. Die Anmerkung im letzten Satz lässt mich vermuten, dass der Author mit inkompatibel die nicht auf's Pixel identische Darstellung in verschiedenen Browsern meint. Diese Art von Inkompatibilität interessiert mich nicht die Bohne. Das W3C schreibt dazu, das Web sei medienunabhängig. Das geht weit über die Inkompatibilität aus der Sicht des Authors hinaus. Eine Webseite hat auf den unterschiedlichsten Medien darstellbar zu sein. Nicht nur auf Rasterbildschirmen. Ein besonders drastisches (wenn auch bei weitem nicht das einzige) Beispiel ist das akustische Medium, über das Webseiten zum Beispiel für Blinde dargestellt werden. Nur hat diese Medienunabhängigkeit mit dem Begriff inkompatibel, so, wie ich ihn verstehe, Nichts zu tun. Eine Webseite hat kompatibel zu sein mit jedem denkbaren Medium (so weit das technisch machbar ist). Da sind die kleinen echt vorhandenen Inkompatibilitäten zwischen den diversen Browsern nur eine Randerscheinung. Die Vorgabe, dass eine Webseite medienunabhängig zu sein hat, bedeutet, die Browser betreffend, dass so eine Webseite auch auf einem fehlerhaften Browser darstellbar sein sollte. Das bedeutet aber nicht, dass diese Seite auf einem solchen fehlerhaften Broser auf's Pixel genau identisch dargestellt werden muss. Sie muss nur nutzbar sein.

Hier liegen Welten zwischen der Vorstellungswelt des Authors und meiner. Das Verständnis davon, was das Web als solches ausmacht, ist bei uns extrem verschieden. Ansonsten verweise ich hier auf meinen Artikel Alles gleich. Was die Kompatibilität von Rorkvell mit fehlerhaften Browsern angeht, dazu habe ich ebenfalls vor Längerem einmal einen Artikel geschrieben: Die Evolution des Web. Man kann an den Screenshots dort gut sehen, dass Rorkvell in z.B. dem IE4 schrecklich aussieht. Aber die Seite ist nutzbar. Darauf kommt es, laut W3C, an.

Gerade weil das Internet frei von Designregeln ist, ist es so aufregend. Grenzdenken gehört der Vergangenheit an, und offensichtlich nach Rorkvell.

Hm?

Sie schreiben, Zitat: "Ein Künstler, der sein Handwerk nicht beherrscht, ist ein Nichts". Als Profi der seit mehr als fünfzehn Jahre in der Werbung tätig ist muss ich sagen das ihr Spruch mehr für ihre Seite gilt als für die Webseite die sie als Beispiel nutzen.

Nun, ich gebe zu, dass ich vergessen habe, diesen Spruch als Zitat zu markieren. Denn leider weiss ich nicht mehr, von wem das Zitat stammt. Ich weiss nur noch, dass das Zitat von einem berühmten Künstler stammt.

Ich habe nie behauptet, ein Künstler zu sein. Insbesondere bin ich kein Graphiker. Was hingegen die handwerkliche Qualität dieser Seite angeht, da bestehen ebenfalls wieder grundlegend unterschiedliche Vorstellungen. Handwerklich gut gemacht ist eine Webseite unter Anderem dann, wenn sie medienunabhängig ist. Über die Anpassungsfähigkeit von Rorkvell an z.B. verschieden große Viewports habe ich kürzlich erst unter dem Titel Flexibel geschrieben. Das ist ein Aspekt von handwerklich solider Arbeit. Ein anderer Aspekt ist der, die Wünsche des Besuchers bezüglich z.B. der Schriftgröße zu honorieren. Auch hierzu habe ich schon oft geschrieben, unter Anderem im Artikel Minischriften.

Auch das Layout einer Webseite gehört für mich dazu. Auch hier ist für mich der wesentliche Gedanke, das wesentliche Qualitätsmerkmal, dass ich die Seite problemlos nutzen kann, auch mit meiner eingeschränkten Sehfähigkeit. Auch hierzu habe ich schon oft geschrieben, u.A. im Artikel Webdesign?.

Das sind Alles Aspekte, die sowohl für das W3C als auch für mich eine entscheidende Bedeutung haben, für den Author dieser Kritik aber wohl gar keine. Hier gehen die Vorstellungen so weit auseinander, dass eine Kommunikation unmöglich zu sein scheint.

Ihr Logo ist Handwerklich Nichts: Ein Logo MUSS (Ihre Lieblingswort) in reinem schwarz weiß funktionieren (Faxen sie mal ihr Logo).

Nun ja, ich bin weder Maler noch Graphiker. Für einen Graphiker ist dieses Logo sehr wahrscheinlich keine Glanzleistung. Aber ein Logo ist keine Webseite. Und schwarz-weiss ist das Logo durchaus gut erkennbar. Mag sein, dass man das besser hinbekommen kann (ich gehe weiter unten noch mal drauf ein), aber ich bin so weit zufrieden damit.

Die Linien in Ihrem Logo sind so dünn das sie beim belichten von Druckfilmen durchschossen werden würden.

Tja, Pech gehabt. Das Logo ist für die Darstellung auf dem Bildschirm sowie ausgedruckt auf Papier gedacht. Zweck des Logos ist die Wiedererkennbarkeit. Die konkrete Darstellung des Logos soll die Proportionen der Gesamtseite nicht zu start verändern. Also wird das Logo vom Browser skaliert (ich habe eine Breite in Prozent angegeben sowie min-width und max-width. Die Liniendicke ist also abhängig von der Bildschirm- resp. Viewportgröße. Für einen Graphiker vermutlich eine Todsünde. Aber ich bin kein Graphiker. Mir ist eine Anpassung des Logos auf verschiedene Bildschirme sehr viel wichtiger als die Vermeidung von "Löchern" in den Linien.

Das Ausgangsmaterial für das Logo ist eine SVG-Datei. Wenn ich also jemals ein Logo für das Belichten von Druckfilmen bräuchte, hier hätte ich Eines. Es ist bislang nicht eingebunden, weil a) der IE hier zickt, und b) weil die Skalierungsfrage noch nicht eindeutig geklärt ist.

Die Berge im Hintergrund ihrer Webseite ist so was von Pixelig das mir da nichts mehr dazu einfällt.

Ich vermute mal, dass der Author hier den oberen Rand der Berge meint. Da könnte er Recht haben. Wie gesagt, ich bin kein Graphiker. Ziel ist es, einen Übergang zu schaffen auf die einheitliche Hintergrundfarbe. Denn auch hier ist wieder die Anpassung an verschiedenste Bildschirme das eigentliche Ziel. Vom handwerklichen Aspekt her ist mir das gut gelungen. Künstlerisch könnte es besser sein. Ich bin kein Künstler.

Text und Navigation, entweder Deutsch oder Englisch, nicht beides.

Das dürfte sich auf den Skiplink beziehen. In der Tat, vielleicht mache ich den irgendwann deutsch. Auf der deutschen Seite. Die meisten Seiten gibt es ja auch auf englisch. Da muss der Text so bleiben. Alle anderen Navigationen sind deutsch. Und für diesen einen Punkt akzeptiere ich das vorläufig.

Was den handwerklichen Aspekt angeht, ist hier wieder wichtig, dass dieser Skiplink überhaupt existiert und an der korrekten Stelle eingebaut ist.

Gestalterisch, na lassen wir das.

Nun, was Gestaltung angeht, gehen wir von völlig verschiedenen Zielsetzungen aus. Jeder hat ein Recht auf seine Meinung. Und ich erlaube mir, eine abweichende Meinung zu haben und "Design", das meinen Vorstellungen zuwider läuft, zu kritisieren. Für mich ist eine Webseite nun mal etwas völlig Anderes als ein Gemälde oder eine Graphik. Wer statt Webseiten lieber Gemälde oder Graphiken "designt", nun, von mir aus. Aber ich halte das für Thema verfehlt.

Wie gesagt, Jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung. Und ich möchte diese Meinung meinen Lesern nicht vorenthalten. Meine Ziele bleiben nach wie vor gänzlich Andere. Hier ist in der Tat eine absolute Inkompatibilität vorhanden.


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