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		<title>Stopp, kriminell</title>
		<link>http://www.rorkvell.de/news/2009/Stopp,_kriminell</link>
		<description>
			Das ganz normale Chaos, täglich frisch auf den Tisch. Direkt aus der hintersten Provinz in die Metropolen von Groß-Blogistan.
		</description>
		<language>de</language>
		<copyright>http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/</copyright>
		<managingEditor>siegfried@rorkvell.de (Siegfried Gipp)</managingEditor>
		<webMaster>siegfried@rorkvell.de (Siegfried Gipp)</webMaster>
		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 11:18:52 +0200</pubDate>
		<lastBuildDate>Thu, 20 Aug 2009 11:18:56 +0200</lastBuildDate>
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			<title>Stopp, kriminell</title>
			<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 11:18:52 +0200</pubDate>
			<description>
&lt;p&gt;Der BKA-Chef Ziercke hält den Betrieb eines eigenen DNS-Servers zur Umgehung
der Internetsperren für kriminell: &lt;q&gt;Logisch sei dabei, dass jede Umgehung des 
Stopp-Schildes eventuell bei späteren strafrechtlichen Ermittlungen festgestellt 
und damit der Vorsatz des Besitzverschaffens von Kinderpornos nachweisbar werden 
könne.&lt;/q&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ah ja, wer also einen eigenen DNS-Server betreibt, macht das nur, weil er sich
vorsätzlich Kinderpornos beschaffen will. Interessant. CDU und SPD betreiben einen
solchen eigenen DNS-Server. Also laut Ziercke mit dem &lt;q&gt;Vorsatz des 
Besitzverschaffens von Kinderpornos&lt;/q&gt;. Sehr interessant.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch die von Ziercke genannten Zielgruppen sind höchst interessant. Er nennt
insbesondere zwei: &lt;q&gt;Dies seien zum einen pubertierende Jugendliche und 
Heranwachsende, die ihre sexuellen Phantasien befriedigen wollten und dabei auf 
Hinweise zu kinderpornographischem Material stoßen würden. Zum anderen gehe es 
um Erwachsene, die zu Kunden kommerzieller Anbieter werden sollten.&lt;/q&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Also, der Reihe nach.&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;&lt;h4&gt;Erwachsene, die zu Kunden kommerzieller Anbieter werden sollten.&lt;/h4&gt;
Aha, also Erwachsene Pädophile. Allgemeines Ziel des umstrittenen 
&lt;a href="http://www.heise.de/ct/Bundestag-verabschiedet-Gesetz-fuer-Web-Sperren--/news/meldung/140746"&gt;Zugangserschwerungsgesetzes&lt;/a&gt;
ist es laut dem Ermittler, &lt;q&gt;an das Rechtsbewusstsein derjenigen Nutzer zu 
appellieren, die sich durch das Auffinden von Kinderpornographie im Netz strafbar 
machen&lt;/q&gt;. Genial. Es wird also an das Rechtsbewusstsein von Menschen appelliert, die
im Wissen um die Rechtsverletzungen sich dennoch Kinderpornos im Internet
ansehen. Also im Prinzip etwa in der Art: &lt;q&gt;Seid jetzt bitte so brav und
installiert Euch dieses Stoppschild, damit ihr in Zukunft nicht mehr absichtlich gegen
die Gesetze verstoßt&lt;/q&gt;. Was für eine Logik. Wer als Pädophiler auf solche
Kinderpornos angewiesen ist, wird sich einen Dreck um das Gesetz scheren, und
schon gar nicht um so ein Stoppschild. Und wer das Recht beachtet und sich sowieso 
niemals freiwillig solche Seiten ansehen würde, der braucht solch ein Stoppschild
nicht.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;h4&gt;pubertierende Jugendliche und Heranwachsende, die ihre sexuellen Phantasien befriedigen wollen&lt;/h4&gt;
Das kann in der Tat vorkommen. Aber es liegt doch wohl eher in der Verantwortung
der Eltern, das zu verhindern. Das ist ungefähr so, als würde im Fernsehen statt
des abendlichen Actionfilms ein Stoppschild erscheinen mit dem Hinweis darauf, dass
dieser Film nicht geeignet ist für Jugendliche unter 18. Völlig egal, ob vor dem
Fernseher nur Erwachsene sitzen oder nicht. Ich habe Nichts dagegen, dass der
Staat den Eltern hier Hilfsmittel an die Hand gibt. Aber es sollte noch immer
in der Verantwortung und Entscheidung der Eltern liegen, was gesperrt wird, und
was nicht. Eine öffentliche Sperrliste, die die Eltern selber installieren und
ggf. ändern können erfüllt hier absolut den Zweck, ohne staatliche Zensur und
ohne Geheimniskrämerei.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;p&gt;In letzter Zeit hört oder liest man vermehrt die Ergänzung, diese Sperrlisten wären
nur ein Bestandteil in der Verbrechensbekämpfung. Von mir aus, aber dann sind diese
Sperrlisten der allerletzte Bestandteil, der allerletzte Schritt in der bekämpfung
dieser widerlichen Verbrechen, und nicht der erste und als Feigenblatt oft genug 
einzige. Und diese Sperrlisten dürfen nicht geheim bleiben. Welchen Zweck sollten
geheime Sperrlisten haben? Egal, ob nun das BKA oder eine "Kontrollbehörde" der
Hüter dieser Sperrlisten werden soll, der Inhalt ist vor der Öffentlichkeit 
verborgen. Warum? Damit Jemand, der niemals solch eine Seite freiwillig ansurft,
anhand dieser Listen sich selbst zu solch einem Konsum zwingt, bis ihm schlecht
wird? Oder ein Pädophiler seine eigenen Listen stets mit den öffentlichen vergleichen
kann und sich diebisch über jede dem Staat noch unbekannte Adresse freut? Soll
diese Liste deswegen geheim bleiben? Das ist doch absurd.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Gegenteil könnte eine öffentliche Liste den Druck sowohl auf die Ermittler
als auch auf die Provider erhöhen, den Mist zu ahnden &lt;abbr title="respektive"&gt;resp.&lt;/abbr&gt; zu löschen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und eine öffentliche Liste wäre als Hintertür für weitergehende Zensurmaßnamen
ungeeignet. Vielleicht wird das deshalb abgelehnt?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und zum Schluss noch mein Vorschlag für eine technische Umsetzung, die Niemandem
weh tun würde, und die Verantwortung da belassen könnte, wo sie hingehört: Bei den
Erwachsenen &lt;abbr title="respektive"&gt;resp.&lt;/abbr&gt; den Eltern. Diese Liste könnte in zwei Formaten angeboten
werden: Einmal ganz wie geplant als DNS-Server. Das BKA könnte einen solchen
DNS-Server betreiben, und die Provider könnten diesen spiegeln. also wie
gehabt. Aber die Verwendung dieses eingeschränkten Servers muss freiwillig bleiben.
Die Daten dieses Servers müssen für absolut jeden Bürger jederzeit einsehbar sein.
Zweitens sollte diese Liste in Form einer hosts Datei zum Download angeboten
werden. Diese kann sich jeder leicht auf dem eigenen Rechner installieren, oder auf
einem heimischen Internet-Gateway (z.B. auf der beliebten Fritz!Box). Und diese
Liste ist ganz leicht von jedem Bürger überprüf- und änderbar. So käme Transparenz
in die Sache, der Zensurvorwurf wäre vom Tisch, und dem Jugenschutz
wäre Genüge getan (so lange die Eltern ihren Job machen). Anstatt ungeeigneter
Zensurmaßnamen würde man den Bürgern, und ganz speziell den Eltern, die nötige
Unterstützung an die Hand geben, dass im Internet die gleichen Regeln und Gesetze 
gelten, wie sonstwo auch.&lt;/p&gt;

			</description>
			<content:encoded><![CDATA[
<p>Der BKA-Chef Ziercke hält den Betrieb eines eigenen DNS-Servers zur Umgehung
der Internetsperren für kriminell: <q>Logisch sei dabei, dass jede Umgehung des 
Stopp-Schildes eventuell bei späteren strafrechtlichen Ermittlungen festgestellt 
und damit der Vorsatz des Besitzverschaffens von Kinderpornos nachweisbar werden 
könne.</q></p>
<p>Ah ja, wer also einen eigenen DNS-Server betreibt, macht das nur, weil er sich
vorsätzlich Kinderpornos beschaffen will. Interessant. CDU und SPD betreiben einen
solchen eigenen DNS-Server. Also laut Ziercke mit dem <q>Vorsatz des 
Besitzverschaffens von Kinderpornos</q>. Sehr interessant.</p>
<p>Auch die von Ziercke genannten Zielgruppen sind höchst interessant. Er nennt
insbesondere zwei: <q>Dies seien zum einen pubertierende Jugendliche und 
Heranwachsende, die ihre sexuellen Phantasien befriedigen wollten und dabei auf 
Hinweise zu kinderpornographischem Material stoßen würden. Zum anderen gehe es 
um Erwachsene, die zu Kunden kommerzieller Anbieter werden sollten.</q></p>
<p>Also, der Reihe nach.</p>
<ol>
<li><h4>Erwachsene, die zu Kunden kommerzieller Anbieter werden sollten.</h4>
Aha, also Erwachsene Pädophile. Allgemeines Ziel des umstrittenen 
<a href="http://www.heise.de/ct/Bundestag-verabschiedet-Gesetz-fuer-Web-Sperren--/news/meldung/140746">Zugangserschwerungsgesetzes</a>
ist es laut dem Ermittler, <q>an das Rechtsbewusstsein derjenigen Nutzer zu 
appellieren, die sich durch das Auffinden von Kinderpornographie im Netz strafbar 
machen</q>. Genial. Es wird also an das Rechtsbewusstsein von Menschen appelliert, die
im Wissen um die Rechtsverletzungen sich dennoch Kinderpornos im Internet
ansehen. Also im Prinzip etwa in der Art: <q>Seid jetzt bitte so brav und
installiert Euch dieses Stoppschild, damit ihr in Zukunft nicht mehr absichtlich gegen
die Gesetze verstoßt</q>. Was für eine Logik. Wer als Pädophiler auf solche
Kinderpornos angewiesen ist, wird sich einen Dreck um das Gesetz scheren, und
schon gar nicht um so ein Stoppschild. Und wer das Recht beachtet und sich sowieso 
niemals freiwillig solche Seiten ansehen würde, der braucht solch ein Stoppschild
nicht.</li>
<li><h4>pubertierende Jugendliche und Heranwachsende, die ihre sexuellen Phantasien befriedigen wollen</h4>
Das kann in der Tat vorkommen. Aber es liegt doch wohl eher in der Verantwortung
der Eltern, das zu verhindern. Das ist ungefähr so, als würde im Fernsehen statt
des abendlichen Actionfilms ein Stoppschild erscheinen mit dem Hinweis darauf, dass
dieser Film nicht geeignet ist für Jugendliche unter 18. Völlig egal, ob vor dem
Fernseher nur Erwachsene sitzen oder nicht. Ich habe Nichts dagegen, dass der
Staat den Eltern hier Hilfsmittel an die Hand gibt. Aber es sollte noch immer
in der Verantwortung und Entscheidung der Eltern liegen, was gesperrt wird, und
was nicht. Eine öffentliche Sperrliste, die die Eltern selber installieren und
ggf. ändern können erfüllt hier absolut den Zweck, ohne staatliche Zensur und
ohne Geheimniskrämerei.</li>
</ol>
<p>In letzter Zeit hört oder liest man vermehrt die Ergänzung, diese Sperrlisten wären
nur ein Bestandteil in der Verbrechensbekämpfung. Von mir aus, aber dann sind diese
Sperrlisten der allerletzte Bestandteil, der allerletzte Schritt in der bekämpfung
dieser widerlichen Verbrechen, und nicht der erste und als Feigenblatt oft genug 
einzige. Und diese Sperrlisten dürfen nicht geheim bleiben. Welchen Zweck sollten
geheime Sperrlisten haben? Egal, ob nun das BKA oder eine "Kontrollbehörde" der
Hüter dieser Sperrlisten werden soll, der Inhalt ist vor der Öffentlichkeit 
verborgen. Warum? Damit Jemand, der niemals solch eine Seite freiwillig ansurft,
anhand dieser Listen sich selbst zu solch einem Konsum zwingt, bis ihm schlecht
wird? Oder ein Pädophiler seine eigenen Listen stets mit den öffentlichen vergleichen
kann und sich diebisch über jede dem Staat noch unbekannte Adresse freut? Soll
diese Liste deswegen geheim bleiben? Das ist doch absurd.</p>
<p>Im Gegenteil könnte eine öffentliche Liste den Druck sowohl auf die Ermittler
als auch auf die Provider erhöhen, den Mist zu ahnden <abbr title="respektive">resp.</abbr> zu löschen.</p>
<p>Und eine öffentliche Liste wäre als Hintertür für weitergehende Zensurmaßnamen
ungeeignet. Vielleicht wird das deshalb abgelehnt?</p>
<p>Und zum Schluss noch mein Vorschlag für eine technische Umsetzung, die Niemandem
weh tun würde, und die Verantwortung da belassen könnte, wo sie hingehört: Bei den
Erwachsenen <abbr title="respektive">resp.</abbr> den Eltern. Diese Liste könnte in zwei Formaten angeboten
werden: Einmal ganz wie geplant als DNS-Server. Das BKA könnte einen solchen
DNS-Server betreiben, und die Provider könnten diesen spiegeln. also wie
gehabt. Aber die Verwendung dieses eingeschränkten Servers muss freiwillig bleiben.
Die Daten dieses Servers müssen für absolut jeden Bürger jederzeit einsehbar sein.
Zweitens sollte diese Liste in Form einer hosts Datei zum Download angeboten
werden. Diese kann sich jeder leicht auf dem eigenen Rechner installieren, oder auf
einem heimischen Internet-Gateway (z.B. auf der beliebten Fritz!Box). Und diese
Liste ist ganz leicht von jedem Bürger überprüf- und änderbar. So käme Transparenz
in die Sache, der Zensurvorwurf wäre vom Tisch, und dem Jugenschutz
wäre Genüge getan (so lange die Eltern ihren Job machen). Anstatt ungeeigneter
Zensurmaßnamen würde man den Bürgern, und ganz speziell den Eltern, die nötige
Unterstützung an die Hand geben, dass im Internet die gleichen Regeln und Gesetze 
gelten, wie sonstwo auch.</p>

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			<category>Politik</category>
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