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Voll im Bilde

Mon, 20 Jul 2009 19:03:51 +0200

Für Webseiten gibt es zwei Arten von Bildern (so jedenfalls steht das bei Jonathan Christopher). Nun, prinzipiell kann ich dem zustimmen. Den Unterschied allerdings daran festzumachen, dass die eine Sorte im HTML Markup eingebunden wird, und die andere Sorte per CSS Stylesheet, heisst, Ursache und Wirkung zu verwechseln. Oder, um präziser zu sein, den eigentlichen Unterschied zu verwechseln mit den dafür jeweils anwendbaren Techniken.

Aber davon abgesehen stimmt die Klassifizierung, die man dort vorgenommen hat. Und diese Unterscheidung ist sehr praktisch, um zu zeigen, für welche Sorte von Bild mal welchen Alternativtext verwendet.

  1. Bilder, die zum Inhalt beitragen

    Die eine Sorte Bilder ist die, bei denen das Bild zum Inhalt der Seite beiträgt. Absolut entscheidend ist hier, zu unterscheiden zwischen Inhalt und Aussehen. Ein Bild, das nicht zum Inhalt, sondern zum Ausehen der Seite beiträgt, gehört zur anderen Kategorie. Hier ist wirklich Inhalt gemeint. Nehmen wir einmal eine Seite an, die Informationen zu einem bestimmten Ort enthält. Dann trägt z.B. eine Straßenkarte rund um diesen Ort zum Inhalt der Seite bei. Ebenso ein Photo dieses Ortes. Diese Art Bilder sind Inhalt und werden über das HTML Markup in die Seite eingebunden. Jedes dieser Bilder bekommt einen Alternativtext, der geeignet ist, so weit wie möglich den gleichen Zweck zu erfüllen wie das Bild. Eine mögliche Alternative für eine Straßenkarte wäre z.B. eine textuelle Wegbeschreibung. Bild und Alternativtext sind Bestandteil des Inhalts der Seite.

    In gewisser Weise ein Sonderfall dieser Art Bilder sind graphische Links. Auch diese sind Inhalt. Allerdings tragen sie nur unwesentlich zum Inhalt der aktuellen Seite bei, sondern vielmehr enthalten sie eine Information über eine andere Seite. Entsprechend muss auch der Alternativtext aussehen: Eine Information über das so verlinkte Ziel. Trotzdem ist so ein graphischer Link Inhalt, daher kommt solch ein Bild in das HTML Markup (wenn man denn unbedingt graphische Links braucht).

  2. Dekoration

    Bilder, die zum Aussehen einer Seite beitragen, gehören zur Kategorie "Dekoration". Solche Bilder tragen Nichts zum Inhalt der Seite bei. Daher benötigen sie keinen Alternativtext. Und da Alles, was zum Aussehen der Seite beiträgt, nicht im HTML Markup stehen soll, sondern im CSS Stylesheet, gehören solche Dekorationen logischerweise eben dort hin. Folgerichtig sind in der CSS Spezifikation auch für solche Bilder gar keine Alternativtexte vorgesehen. Man sieht, es passt wunderbar zusammen.

Und wenn man doch einmal ein Bild als reine Dekoration im Markup braucht, weil CSS das gerade benötigte visuelle Gimmick nicht kann? Tja, dann muss das Bild wohl eben in das HTML Markup. Schön ist das nicht. Aber wenn es denn unbedingt sein muss...

Und in solchen Fällen muss natürlich wegen der HTML Spezifikation ein Alternativtext her. Und welcher Text trägt den gleichen Informationsgehalt wie eine reine Dekoration? Der leere Text. Folgerichtig ist in solchen Fällen genau dieser leere Text der richtige Alternativtext.

Grundsätzlich sollte man aber eine solche Vergewaltigung des HTML vermeiden. Inhalt und dessen Bedeutung kommt ins HTML, Aussehen (Präsentation) in das Stylesheet. Das sollte man strikt trennen. Je sauberer das getrennt wird, um so besser.

Auch umgekehrt funktioniert diese Vergewaltigung. Man nennt das Image Replacement. Da wird Inhalt per CSS Stylesheet eingefügt. Aus genau den hier aufgeführten Gründen finde ich diese Technik genauso suspekt wie Jonathan Christopher (inzwischen). Man mag damit nette visuelle Effekte erzeugen können, aber das wär's dann auch. Struktur, Inhalt und Präsentation werden durch solche Vergewaltigungen höchst unerfreulich miteinander vermengt, was eine Wartung der Seite erschwert (von der Auswertung durch Maschinen ganz zu schweigen).

Und zum Schluss noch eine Anmerkung zu Alternativtexten. Oben habe ich geschrieben, ein guter Alternativtext für eine Straßenkarte wäre eine textuelle Wegbeschreibung. Nun, von der Logik her stimmt das. Aber so eine Wegbeschreibung könnte länger werden, als das alt Attribut zulässt. Doch es gibt eine Lösung (theoretisch zumindest). Man muss Bilder nicht notwendigerweise mit img einbinden. Eigentlich sollte dieses vorsintflutliche Element schon lange abgelöst werden durch object. Solch ein Objekt kann nicht nur Text, sondern ganze HTML Subdokumente als Alternative beinhalten (sogar wiederum object). Und object ist gedacht zum Einbinden beliebiger Multimedia-Inhalte. Also Filme, Audiodateien, und eben auch Bilder. Im Firefox funktioniert das auch wunderbar. nur eben (wie üblich) nicht im IE.


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