Webdesign Gallerien können in der Tat eine Quelle der Inspiration sein. Trotzdem, und das habe ich ja hier schon oft genug geschrieben, geht die Entwicklung in die falsche Richtung. Eine Webseite, die das Attribut "künstlerisch" trägt, sollte zuallererst handwerklich solide sein. Ein Künstler, der sein Handwerk nicht beherrscht, ist ein Nichts. Handwerk ist die Grundlage jeder Kunst.
Hier das erste Beispiel aus der Gallerie. Graphisch wirklich recht nett gemacht. Handwerklich fehlt jedoch Etliches. Deshalb habe ich von dieser Seite mal bei mir einen Screenshot gemacht (und auf 640px Breite skaliert):
Es dürften sofort die überbreiten Trauerränder links und rechts auffallen. Und man sieht sofort, warum ich von solcher Art Kopfgraphik Nichts halte. Die Größe dieser Graphik legt die Breite der Seite fest. Sie skaliert nicht. Weder nach unten bei kleinen Bildschirmen (Netbooks, Smartphone, ...) noch nach oben (wide-screen LCD). Natürlich ist es für Jemanden, der Bilder malen kann, einfach, so ein Bild zu malen. Aber das Web ist nun mal kein Printmedium, und eine Webseite ist kein Bild. Hier hat ein talentierter Maler versucht, eine Webseite zu erstellen, ohne von diesem Handwerk Etwas zu verstehen.
Wenn man eine vergleichbare Graphik glaubt zu benötigen, dann sollte diese nicht
starr die Gesamtbreite festlegen. Das bedeutet, dass solch eine Graphik mehrteilig
sein muss, und diese Teile per CSS gleichmäßig über die gesamte Breite verteilt
werden müssen. Desweiteren kann und sollte man die Teilbilder selbst skalieren,
falls der Bildschirm klein wird. Die maximale Breite der Einzelbilder muss dabei der
natürlichen Breite der Bilder entsprechen. Die minimale Breite ist optimal bei 1/4
der natürlichen Breite. Dann 2 oder 3 Teile, eines per float:left nach
links, eines per float:right nach rechts, und ggf. eines im Zentrum.
So kann sich dann der Rest der Seite mit den Kopfgraphiken zusammen an die verfügbare
Breite anpassen. Um die Textzeilen im Inhalt nicht überbreit werden zu lassen,
bietet sich als Erstes ein prozentuales Padding für den Vieport an. Damit wachsen
die Textzeilen in der Länge langsamer als der Vievport. Darüberhinaus beherrschen
moderne Browser ein Mehrspaltenlayout. Auch dieser Text hier wird auf breiten
Bildschirmen mehrspaltig dargestellt (jedenfalls auf modernen Browsern). Beide
Methoden kombiniert eribt auf jeder Bildschirmgröße ein harmonisches Bild.
Was das Bildermalen angeht, haben alle diese Designer durchaus was drauf. Aber was Webdesign angeht, also, Seiten für das Web und damit für eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Medien angemessen zu erstellen, da fehlt noch sehr viel.
Was die sonstigen Designfragen angeht, das ist auch viel Geschmachssache. Mir sind das oft zu viele Farben. Andererseits wirken tatsächlich kräftige Farben auf einen schwarzen oder dunkelgrauen Hintergrund prinzipiell recht gut, wie das hier gezeigte Beispiel verdeutlicht. Nun ja, ich persönlich ziehe es vor, wenig Farben zu verwenden bzw. Farben eher Ton-in-Ton zu verwenden, und nur wenige und akzentuierte Kontraste zu setzen. Aber das ist in der Tat Geschmackssache.
Ob diese Gallerie eine künstlerische Inspiration ist, mag Jeder für sich selbst entscheiden. Immerhin finden sich durchaus ein paar interessante Ideen. Technisch sind alle diese Seiten aber alles Andere als eine Inspiration.