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Ich weiss nicht was soll es bedeuten

Sat, 24 Apr 2010 11:02:40 +0200

Laut w3c gehört der Inhalt und dessen Bedeutung (Meta-Information) in (x)html-Dateien, dessen Darstellung auf verschiedenen Medien in css-Dateien. Eine Vorgabe, die ich voll und ganz unterstützen kann. Der gleichen Ansicht scheint auch das Webstandard Team zu sein. Bemerkenswert ist allerdings, dass man sich über den real existierenden Mangel an Bedeutung (Semantik) wundert. Mich wundert das nicht.

Den wenigsten Menschen liegt es, in Strukturen zu denken. Solche Menschen werden häufig Mathematiker. Otto Normalsurfer ist eher visuell orientiert. Dabei spielt nun mal die Semantik eine sehr untergeordnete Rolle, die visuelle Erscheinung hingegen ist entscheidend. Dass mit visuellen Ausdrucksformen unbewusst Bedeutungen verknüpft werden, ist kaum Jemandem bewusst. Das Problem dabei ist zweierlei: Erstens werden Webseiten nicht nur von Menschen gelesen, sondern auch von Maschinen. Von Suchmaschinen beispielsweise. Und den Maschinen fehlt die menschliche Eigenschaft, unbewusst visuellen Ausdruck mit Bedeutung zu korrelieren. Maschinen brauchen diese Bedeutung explizit. Implizit können Maschinen das nicht.

Das zweite Problem hat direkt mit dem Ersten zu tun. Es gibt Menschen, die diese implizite Verknüpfung von visueller Darstellung und Bedeutung nicht vornehmen können. Blinde zum Beispiel. Aber auch andere Möglichkeiten sind denkbar. Hier kommen wieder Maschinen zum Einsatz, die dem Konsumenten der Seite die Bedeutung der vielen Buchstaben vermitteln sollen. Damit das geht, müssen diese Maschinen diese Bedeutung aber verstehen. Und, wie oben beschrieben, geht das nicht implizit. Maschinen brauchen die Verbindung von Buchstaben und deren Bedeutung explizit.

Nur scheint es so, dass diese Denkweise, die Bedeutung der Inhalte explizit zu formulieren, auch den Webdesignern abgeht. Noch krasser finde ich es aber, wenn diese Fähigkeit auch Menschen fehlt, die sich eigentlich genau damit befassen. So Etwas habe ich beispielsweise im microformats Projekt erlebt. Dort ist eines der ältesten Datenformate das Adressenformat hCard. Dort wird z.B. der Link auf die Homepage so formuliert:

URL in vCard becomes a class="url" href="…"/a inside the element with class="vcard" in hCard.

Da hat Jemand das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Dies fügt dem Text (…) nicht nur keine Bedeutung hinzu, sondern sogar eine falsche Bedeutung. Angenommen, ich will innerhalb eines hCard Datensatzes auf meine Homepage verlinken, würde ich das nach Vorgabe so machen:

a href="http://www.rorkvell.de" class="url"meine Homepage/a

Das ist aber falsch! Denn der Text meine Homepage ist nun mal keine URL. Ein Attribut class="whatever" fügt dem Inhalt des Containers eine Bedeutung (Semantik) hinzu. In dieser Formulierung wird also behauptet, der Text meine Homepage sei eine url. Denn dieser Text ist der Inhalt des Containers a. Die Behauptung, das sei eine url, ist offensichtlich falsch.

Was die Betreiber wohl mit dieser Vorschrift erreichen wollten, ist, zu definieren, dass das Attribut href="…" eine url enthält. Aber erstens wird mit class nicht die Bedeutung eines Attributes festgelegt, sondern die Bedeutung des Inhalts. Und zweitens wäre das völlig überflüssig, denn die Bedeutung (Semantik) des href Attributes ist es bereits von Haus aus, eine url zu enthalten. Dass also der Inhalt des Attributes http://www.rorkvell.de eine url ist, geht bereits aus der Verwendung des Attributes href hervor. So, wie von dem microformats Projekt vorgegeben, ist das schlicht Kokolores.

Natürlich gibt es durchaus die Möglichkeit, diese Klasse einem Link trotzdem zuzuweisen. Die Konstruktion, so, wie vom microformats Projekt vorgegeben, wird dann richtig, wenn der Inhalt des Containers tatsächlich eine url ist:

a href="http://www.rorkvell.de" class="url"http://www.rorkvell.de//a

Jetzt ist dieser Text semantisch korrekt ausgezeichnet. Jetzt besagt class="url", dass der Inhalt des Containers a eine url ist. Und jetzt stimmt das. Es reicht also nicht, irgend einer Hype hinterher zu rennen. Selber denken ist gefragt. Und die Fähigkeit, sich die implizite Bedeutung der Inhalte explizit bewusst zu machen. Darum geht es bei Semantik. Und nur darum.


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