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Ladezeiten

Wed, 06 Jan 2010 12:53:38 +0100

Ladezeiten von Webseiten oder Blogs – immer wieder mal ein Thema. Aber es gibt auch viel Unsinn dazu. Genauer gesagt gibt es eigentlich hauptsächlich Unsinn dazu. Vor Allem den verbreiteten Tools sollte man gründlich misstrauen.

Es gibt ein Tool, das immerhin teilweise nützlich ist: Die Firefox Erweiterung YSlow. Diese setzt wiederum auf Firebug auf. Aber auch dieses Tool ist nur teilweise zu gebrauchen. Die Verbesserungsvorschläge sind zum Teil absurd. Was soll z.B. der Vorschlag, ich sollte mir ein content delivery network zulegen, um die Inhalte schneller auszuliefern? So ein Quatsch. Heisse ich vielleicht Google?

Auch ein paar andere Details kann so ein Tool nicht messen oder beurteilen. So bietet Rorkvell beispielsweise mehrere alternative Stylesheets. Nur Eines davon wird auch tatsächlich geladen, mitsamt der dazugehörenden Graphiken. Aber diese Tools zählen alle Stylesheets. Alle, auch die alternativen. Rorkvell bietet die Seiten auch gezippt und nicht gezippt an. Ganz nach Wahl und Wunsch des Browsers. Eines der Tools, Topsubmit, bewertet das gezippte Blog mit sehr gut (1), das nicht gezippte bei gleichem Inhalt mit mangelhaft. Wie glaubwürdig ist Sowas?

Dennoch, man sollte auch in Zeiten von schnellen DSL-Verbindungen die Ladezeiten nicht unterschätzen. Aber diese sollte man selber messen und nicht irgendwelchen Automaten vertrauen. Selber messen und selber beurteilen. Leider bedarf es eines gewissen Fachwissens, um diese Messungen korrekt beurteilen zu können. Aber das kann man lernen. Im Internet gibt es Texte dazu zuhauf.

Grundsätzlich hängt die Ladezeit an zwei Dingen: Erstens, die Größe der Dateien (dieser Aspekt ist bei höheren Übertragungsraten geringer), und zweitens die Anzahl der benötigten http-Requests. Der Faktor Dateigröße macht sich hauptsächlich bei Bildern bemerkbar. Kleinere Bilder gleich kürzere Ladezeiten. Der zweite Faktor ist unabhängig von der Übertragungsrate. Für jede neue Datei, die geladen werden muss, muss eine neue http-Verbindung aufgebaut werden, und am Ende wieder abgebaut werden. Dieser Vorgang dauert immer etwa gleich lang und hängt nur sehr wenig von der Übertragungsgeschwindigkeit ab. Von daher resultieren wenige Dateien in kurzen Ladezeiten, und mehr Dateien in längeren Ladezeiten.

Beide Faktoren kann man sehr gründlich entschärfen durch Cacheing. Alles, was nicht über das Netz, sondern stattdessen von der lokalen Platte geholt werden kann, verkürzt die Ladezeiten dramatisch. Und viele Bestandteile von Webseiten, auch von Blogs, ändern sich nur sehr selten. Insbesondere all die großen Bilddateien, die hauptsächlich dekorativen Zwecken dienen. All diese Teile kann man hervorragend cachen.

Eine weitere Methode, per Design die Ladezeit zu verkürzen, besteht darin, besonders Graphikdateien wiederzuverwenden. Eine einmal geladene Graphik muss nicht bei einer weiteren Verwendung auf der selben Seite erneut geladen werden. Auch das verkürzt die Ladezeiten. Navigationsbuttons sind da ein Beispiel. Einen graphischen Button jeweils mit einem echten Text zu belegen verkürzt nicht nur die Ladezeit, es macht die Navigation auch barriereärmer. So ein nackter Button muss nur ein mal pro Seite geladen werden und kann dann hundert mal verwendet werden.

Hier bei Rorkvell habe ich Vieles davon umgesetzt. Und so wird dieses Blog bei gefülltem Cache in unter 2 Sekunden geladen. Und nur darauf kommt es an. da können mir diese Tools erzählen, was sie wollen.


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