Ich frage mich immer schon, warum sowas Altbekanntes wie das Aufschieben irgendwelcher Tätigkeiten, Vorhaben und Aufgaben unter dem Label “Prokrastination” derart viel publizistisches Gewese erfährt. Das unterscheidet sich m.E. nicht groß von der “Begriffshuberei” älterer Soziologen/Philosophen und vom heute eher modischen Marketing-Sprech mit seinen per Anglizismen zu (vermeintlicher) Bedeutung aufgeblasenen Nichtigkeiten.
Hach, herrlich! Vielleicht sollte ich folgenden Text zu meinen Bewerbungen hinzufügen:
Durch langjährige Erfahrung und intensives Studium beherrsche ich die diffizile Kunst der Prokrastination. Das Einbringen dieser Fähigkeit in meine neue Tätigkeit wäre ein zu erstrebendes Ziel. Auch die Einweisung der Kollegen in diese uralte Weisheit würde ich gerne mit übernehmen.
Wenn jetzt nicht sofort jeder Personaler mit auch nur dem geringsten Hang zu Philosophie und östliche Weisheiten mir ein Stellenangebot schickt, weiss ich auch nicht.