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Das neue Intranet

Wed, 25 May 2011 08:06:41 +0200

In letzter Zeit häufen sich die Fälle, wo ich nach bestimmten Themen suche (Google), und eine Menge Links finde, die auf Twitter, Facebook oder Dergleichen verweisen. Wenn ich dort nachsehe, sehe ich Nichts. Jedenfalls nichts Verwertbares. Im Wesentlichen eine Information, dass ich hier was sehen könnte, wenn ich denn Mitglied wäre.

Früher machten Firmen gerne ein sogenanntes Intranet auf. Ein internes Netz, das nur den Firmenangehörigen offen stand. Facebook und Co. machen das Gleiche. Das Intranet von Facebook ist nur für Angehörige der Firma Facebook offen. Gut, Jeder kann dort Mitglied werden. Dennoch ist dieses Intranet eben nur für Mitglieder offen. Man stelle sich nur mal vor, ich müsste Mitglied im Internet werden, um surfen zu dürfen. Dabei war das Internet mal als eine Art öffentlicher Raum gedacht.

Meine Verwunderung gilt dabei nicht nur diesen Firmen. Klar, eine Firma wie Facebook ist nun mal am Gewinn interessiert. Und anscheinend bietet eben "geschlossene Gesellschaft" die besseren Gewinnaussichten. Was mich aber doch einigermaßen verwundert, ist, dass so Viele bereitwillig Mitglied bei einer eben kommerziell orientierten Firma werden, und ihre Freiheit im öffentlichen Netz für Alle so leichtfertig aufgeben. Warum tut Jemand sowas? Nun, ich heisse nicht Sigmund Freud und muss die Ursachen dafür daher nicht in irgendwelchen sexuellen Frustrationen suchen. Die Frage nach dem Warum möge sich Jeder selbst beantworten. Ich beschränke mich auf die Verwunderung darüber.

Allerdings gibt es da noch eine Frage: Warum tauchen solche Adressen bei Google als Ergebnis einer Suche auf? Hmmm, na gut, Google indiziert auch das Google-eigene Intranet, das z.B. auch Facebook umfasst. Und Google geht anscheinend davon aus, dass Google die Weltherrschaft bereits hat (also alle Menschen Angehörige der Firma Google sind). Wer heute keinen Google Account hat, ist anscheinend kein Mensch mehr. Dabei stört es mich nicht mal, dass Google firmeninterne Informationen eben nur für Mitglieder zur Verfügung stellt. Mich stört die Selbstverständlichkeit, mit der diese Informationen als "für Alle verfügbar" verkauft werden. Diese Informationen sind eben nicht für Alle verfügbar.


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