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Datensch(m)utz

Fri, 28 Oct 2011 09:21:07 +0200

Christian Heller propagiert im SpOn die Post-Privacy Ära. Nicht notwendigerweise als Wunschbild, sondern schlicht als bereits existente Tatsache:

Post-Privacy ist erstmal nur eine Diagnose: Wir schlittern in eine Situation hinein, in der Privatsphäre keine große Rolle mehr spielt. Bisher scheint der Konsens zu sein, dass die Folge Freiheitseinbußen für den Einzelnen sind. Ich versuche stattdessen eine utopische Perspektive auf das Unausweichliche.

Nun, zum Teil dürfte er Recht haben. Es ist wohl so, dass heute die meisten Menschen ihre geheimsten Daten ohne nachzudenken einer US-Amerikanischen Firma wie Facebook anvertrauen. Ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, was Andere mit den Informationen machen. Wissen ist Macht sagt der Volksmund. Und diese Firma weiss praktisch Alles über Milliarden von Menschen. Es ist gar nicht so schwer, dieses Wissen in Macht umzusetzen. Das muss noch nicht einmal diese Firma tun. Die sogenannte Breite Masse weiss eben auch Alles über Facebook-Mitglieder. Damit übt die massive Macht der Durchschnittlichen einen erheblichen Druck aus auf Menschen, die anders sind. Es entsteht Anpassungsdruck. Individualität bleibt auf der Strecke.

Ob es sich lohnt, dagegen anzuschwimmen? Nun, zumindest für mich ist die Antwort klar: Auf jeden Fall.

Langfristig wird es immer schwieriger, sich Datensammlungen und sozialen Netzwerken zu entziehen. Die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben wird immer mehr davon abhängig.

Nun, wenn eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben vom Mitmachen bei Facebook abhängt, dann kann ich, zumindest privat, sehr gut auf diese Teilnahme verzichten. Ich bin doch nicht süchtig nach Anerkennung durch Andere. Ich entscheide selbst, was für mich richtig und was falsch ist. Es ist mein Leben. Und wenn ich Fehler mache, dann sind das eben meine Fehler. Andere können das gerne anders machen. Aber vorschreiben lasse ich mir Nichts. Jedenfalls nicht von der Breiten Masse. Allenfalls von meiner Frau. Sie ist aber die Einzige, der ich das zugestehe.

Mir reicht mein kleines Blog hier. Hier kann ich es mir erlauben, anders zu denken, als der Mainstream. Und das bleibt auch so.


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