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Schwarz gekachelt

Wed, 01 Jun 2011 11:48:59 +0200

Kachelmann ist erst mal frei gesprochen. Zwar nur aus Mangel an Beweisen, aber etwas Anderes wäre wohl auch kaum möglich gewesen. Hat er oder hat er nicht? Ich weiss es nicht. Und so lange ich keine Möglichkeit habe, das zu prüfen, ist es mir auch egal. Und seine Sexualpraktiken? Die sind mir erst recht egal. Von mir aus kann er es kopfstehend-ohrenwackelnd treiben, es interessiert mich nicht die Bohne.

Aber etwas Anderes ist bedenklich. Früher, im finsteren Mittelalter, wurden massenweise Frauen als Hexen verbrannt. Das Weibliche wurde als böse an sich gesehen. Eine Frau wurde häufig einfach deswegen verurteilt, weil sie eine Frau war. Sie wurde nicht wegen ihrer Taten auf dem Scheiterhaufen verbrannt, sondern einfach für das, was sie war: Eine Frau.

Heute finden wir das Alle zu Recht ganz furchtbar. Dafür ist es heute anscheinend gesellschaftsfähig geworden, einen Mann allein dafür zu verurteilen, was er ist: Ein Mann. Schön, er wird nicht mehr auf den Scheiterhaufen gebracht. Aber sein Leben wird ruiniert. Der rechtsstaatliche Grundsatz Im Zweifel für den Angeklagten, er gilt offenbar Nichts in unserer Gesellschaft. Immerhin hat dieser Grundsatz noch bei den Gerichten einen Wert. Aber wenn Frauenrechtlerinnen von heute davon ausgehen, dass ein Mann einfach deshalb schuldig ist, weil er ein Mann ist, dann stecken wir immer noch im finsteren Mittelalter fest.


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