Das ganz normale Chaos, täglich frisch auf den Tisch. Direkt aus der hintersten Provinz in die Metropolen von Groß-Blogistan.


WOW

Sun, 11 Dec 2011 10:24:26 +0100

Wow! Was für eine Rede. Zum Abschluss der Klimakonferenz in Durban wird endlich mal nicht mehr geschwafelt und geschachert. Zum Abschluss der Klimakonferehnz kommt eine junge Frau an das Rednerpult, Anjali Appadurai, Studentin am College of the Atlantic in Maine, und sie redet Tacheles. Sie sagt auf den Punkt, was Sache ist. Sie traut sich, die Dinge beim Namen zu nennen.

Vielleicht ist es für diese Rede schon zu spät. Vielleicht ist es gar nicht mehr zu schaffen, diese Welt noch vor der drohenden Katastrophe zu bewahren. Aber sollten wir doch noch in der Lage sein, Etwas zu ändern, dann haben wird das wohl Anjali Appadurai zu verdanken. Die Frau, die zu guter Letzt noch versucht hat, die Welt wach zu rütteln. Die Frau, die in aller Öffentlichkeit gesagt hat, was Sache ist.

Ich schätze mal, wenn wir alt geworden sind (meine Generation, also die jetzt etwa 50-jährigen), und wenn dann die Klimakatastrophe in vollem Gange sein wird, dann werden wir von einer neuen Generation mit unserer Schuld konfrontiert werden. Knallhart und gnadenlos. Und zu Recht. Das, was zum Abschluss der Klimakonferenz auf den Tisch kam, das werden wir in Zukunft völlig zu Recht noch viel öfter zu höhren bekommen.

Die Generation meiner Großeltern war im Dritten Reich aktiv. Der Eine mehr, der Andere weniger. Wir werfen dieser Generation zu Recht Kollaboration mit einem Terrorregime vor. Ein Vorwurf, den diese Generation bis heute kaum verstanden hat, von Reuhe ganz zu schweigen. Das Dumme ist nur, wir sind heute in der gleichen Situation. Auch unsere Kinder und Enkel werden uns eines Tages mit unserer Schuld konfrontieren. Und genau wie heute Keiner der Alten behaupten kann, er hätte Nichts gewusst, genauso wenig werden wir dann behaupten können, wir hätten Nichts gewusst. Wer jetzt noch nicht bescheid weiss, weiss es nicht, weil er es nicht wissen will.

Ich habe großen Respekt vor Anjali Appadurai, die es gewagt hat, dem Geschachere und Geschwafel die ungeschminkte Wahrheit entgegen zu stellen.


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