Das ganz normale Chaos, täglich frisch auf den Tisch. Direkt aus der hintersten Provinz in die Metropolen von Groß-Blogistan.


WikiLeaks leckgeschlagen

Fri, 02 Sep 2011 10:33:40 +0200

Der aktuelle Skandal um Wikileaks ist in der Tat ein Skandal. In vielerlei Hinsicht.

Was war?

Zwei der Betreiber von Wikileaks haben sich gezofft. Dadurch wurden brisante Daten an einen Journalisten weitergegeben. Das wäre an sich nichts Besonderes, ist es doch Aufgabe von Wikileaks, die Geheimniskrämerei der Staaten zu durchbrechen und all die vielen schmutzigen kleinen Details an das Tageslicht zu bringen, die unsere Politiker so gerne unter den Teppich kehren. Doch die aktuelle Veröffentlichung gefährdet Menschenleben. Die Namen vieler Informanten wurden offen gelegt. Jetzt kann jeder Taliban nachlesen, wer von seinen Nachbarn mit den USA zusammenarbeitet.

Was ist?

Die betroffenen Geheimdienste versuchen natürlich jetzt, ihre Leute in Sicherheit zu bringen. So gut das eben geht. Und in den Medien kursieren wieder Berichte und Reportagen, die beweisen, dass Wikileaks eben doch gefährlich ist und verboten gehört. Die Wikileaks Betreiber haben damit Wikileaks und der Öffentlichkeit einen Bärendienst erwiesen. Sie haben den Hardlinern unter den Politikern jede Menge Argumente gegen Wikileaks und für eine Verschärfung der Gesetze und Strafen frei Haus geliefert.

Was wird sein?

Ich schätze, das ist das Aus für Wikileaks. Wenn durch die Dummheit der Betreiber tatsächlich Menschen getötet werden, dann dürfte der Rückhalt in der Bevölkerung gleich Null werden. Jedes noch so schmutzige kleine Geheimnis wird nun mit dem Hinweis auf die Gefährdung von Menschenleben sorgsam unter den Teppich gekehrt werden. Und das Hervorholen dieser Geheimnisse wird wohl mit drastischen Strafen geahndet werden. Ganz ähnlich, wie der Terrorismus dafür gesorgt hat, dass z.B. in Großbritannien selbst das Wegwerfen von Kaugummipapier auf die Straße überwacht und geahndet wird, so wird wohl in Zukunft, natürlich nur zur Prävention und zum Schutz von Menschenleben, so manch eine weitere Einschränkung unserer Bürgerrechte auf uns zu kommen.

Schöne neue Welt.


0 Kommentare