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Zukunft berauschend

Tue, 20 Dec 2011 10:16:27 +0100

Die Piraten wollen Drogen legalisieren. Da bin ich durchaus dafür.

Was hier oft verwechselt wird: Es geht dabei ganz und gar nicht darum, Kriminalität salonfähig zu machen. Es geht im Gegenteil darum, der Kriminalität rund um Drogen die Grundlage zu entziehen. Eine Legalisierung der Drogen würde also nicht die Geschäfte krimineller Dealer vereinfachen, sondern würde ihnen ihre Geschäftsgrundlage entziehen. Gut, ich bin nicht so optimistisch, zu glauben, dass diese Kriminellen damit zu braven ehrbaren Bürgern werden. Die kriminellen Aktionen würden eben auf andere Gebiete verlagert werden.

Ein weiterer Aspekt ist die Gesundheit. Wir kennen ja Alle durchaus legale Drogen wie Bier, Wein, Schnaps oder Tabak. Bei all diesen Produkten wird nicht nur von den Herstellern auf Qualität geachtet, auch der Staat hat da den Daumen drauf und kontrolliert die Qualität. Mit Glykol verschnittener Wein führt völlig zu Recht zu einem großen Skandal. Diese Qualitätskontrolle ist bei anderen Drogen ebenfalls dringend nötig. Die meisten Gesundheitsprobleme im Drogenumfeld resultieren aus der unterirdisch schlechten Qualität der Produkte, die massiv mit Müll verschnitten sind, und den miserablen hygienischen Bedingungen rund um den Konsum. Von den Kriminellen kann man keine Qualitätsstandards erwarten, im Gegenteil! Vom Staat muss man das erwarten.

Daher halte ich diesen Vorstoß der Piraten für unterstützenswert. Allerdings reicht es nicht, diese Drogen einfach zu legalisieren. Es müssen gleichzeitig wie bei Alkohol und Tabak Qualitätsstandards gesetzt werden, und diese müssen kontrolliert werden. Die Legalisierung ist nur die halbe Miete. Die Eingliederung in das bestehende Rahmenwerk der Lebensmittelgesetze ist genauso wichtig.

Ach ja, nur der Vollständigkeit halber: Mein Drogenkonsum beschränkt sich auf Bier, Wein und schottischen Single-Malt Highland-Whiskey.


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