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staatspleite

Sun, 20 Nov 2011 11:47:42 +0100

Alle wollen Geld. Genauer: Kredite. Natürlich zu möglichst niedrigen Zinsen. Aber das ist sekundär. Hauptsache: Kredite. Einige Ökonomen fordern nun, dass die EZB den Staaten unbegrenzt Kredit gibt, damit die Anleger keine Angst bekommen.

Der zentrale Gedanke hierbei ist: Wenn ein Land wie Spanien oder Italien unter einer vorübergehenden Geldknappheit leidet, ist ein Kredit natürlich das Mittel der Wahl, um diesem Land wieder auf die Beine zu helfen. Ein vorübergehender finanzieller Engpass kann so wirkungsvoll beseitigt werden. Was aber, wenn das mit dem vorübergehenden Engpass gar nicht stimmt? Wenn die Probleme tiefer liegen? Wenn die Probleme zu einem guten Teil von den Schulden verursacht werden? Dann stimmt die Voraussetzung für diesen Plan gar nicht mehr. Dann würde man durch Kredite das Problem nur noch verschlimmern. Nicht nur würde Deutschland als der hauptsächliche Kreditgeber hier an den Verlusten massiv beteiligt. Auch die Staaten, die die Kredite bekommen, werden dadurch nur noch tiefer in die Misere hineingeritten. Wenn das Problem wesentlich in der Höhe der Schulden liegt, kann man es nicht dadurch lösen, indem man die Schulden erhöht.

Ein geordneter Rückzug wird in der Wirtschaft Insolvenz genannt. Es ist überfällig, dass dieses Verfahren auch auf Staaten angewandt wird. Das bedeutet harte und unangenehme Konsequenzen. Aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.


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