
Das Ende der Fenster
Laut Sascha Lobo nähert sich die Zeit der fensterlnden Betriebssysteme dem Ende. Ist dem so? Nun, die Anzeichen, die er nennt, sind in der Tat bemerkenswert:
Der Touchscreen etwa will nicht mehr so recht zur Fenstermetapher passen. Am Horizont zu erkennen sind Augmented-Reality-Konzepte wie Google Glasses, Sixth Sense oder, noch weiter entfernt, digital bespielbare Kontaktlinsen, die die gesamte Welt zum Interface machen und eine heute noch verstörende Verschmelzung von digital und dinglich bedeuten werden.
Tatsächlich, dem ist so. Ob jetzt dieses neue Kachel-Zeugs unbedingt der Weisheit letzter Schluss ist, sei mal dahingestellt. Auf Monitoren, die groß genug sind, finde ich Fenster immer noch recht praktisch. Und, um bei der Metapher zu bleiben, Fenster kann ich jederzeit zu machen. Die Realität, auch, wenn sie "augmented" ist, vielleicht nicht. Ich will aber nicht ständig mit Informationen zugemüllt werden, ich will ab und zu auch einfach mal meine Ruhe haben. Digital bespielbare Kontaktlinsen? Schreck lass nach. Oder noch besser: Die Informationen werden irgendwann direkt ins Gehirn eingetütet. Und wenn ich mir dann anschaue, was für eine Art von Information im heutigen Internet die größte Verbreitung hat, dann ist das Werbung. Und da sich die Technik wohl ändert, die Menschen jedoch nicht, kann man davon ausgehen, dass, egal über welchen Kanal und mit welchen Mitteln wir mit Informationen versorgt werden, der Großteil dieser Informationen Werbung sein wird.
Also, erst mal bleibe ich bei den Fenstern. Dass ein Smartphone nur ein einziges Fenster enthält, damit kann ich immer noch prima leben. Auch dieses Fenster kann ich zu machen. Die Bedienungskonzepte sind anders. Aber welches Bedienkonzept auch immer, ich will meine Informationen explizit anfordern und nicht ungefragt auf's Auge gedrückt bekommen.
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