Das Ende der Welt ist nah

Das ganz normale Chaos, täglich frisch auf den Tisch. Direkt aus der hintersten Provinz in die Metropolen von Groß-Blogistan.


  1. Das Ende der Welt ist nah
  1. Das Ende der Welt ist nah

    Jonathan Zittrain, Professor für Recht und Informatik an der Harvard University, beklagt das Ende der Informationsgesellschaft, wie wir sie kennen. Wie haben wir uns Anno Tobak über das Geschäftsgebaren von Microsoft aufgeregt, die mit ihrem Konzept Netscape ziemlich unfair vom Markt gedrängt haben. Damals hatten sich die Staaten durchgerungen, gegen MS eine Monopolklage anzustrengen. Und es hat tatsächlich ein Bisschen genutzt: Der Internet Explorer ist nicht mehr der praktisch einzige Browser auf dem Markt, und die Konkurrenz hat die Entwicklung belebt. Die heutigen Browser verdanken wir auch der Tatsache, dass es eine Vielfalt an Browsern gibt. Monopole töten die Entwicklung.

    Doch was heute mit den sogenannten App Stores abgeht, ist noch einen Schritt weiter. Da geht es nicht mehr nur um eine einzelne Applikation, die derartig massiv in das System integriert ist, dass alternative Applikationen nur schwer zu Installieren sind. Heute geht es darum, dass ein Konzern nicht nur entscheidet, welche Applikationen überhaupt genehmigt werden, dieser Konzern entscheidet sogar darüber, welche Inhalte auf diesem Gerät darstellbar sind. Also z.B. dieses Bild ja, jenes Bild nein. Und das wird nicht demokratisch entschieden, sondern zentral durch einen Konzern. Das ist in der Tat Zensur vom Feinsten.

    Aber ganz so schlimm sehe ich das denn doch noch nicht. Zwar boomen die Smartphones, aber der traditionelle Computer ist noch nicht tot. Und so lange ich einen solchen Computer kaufen kann, und so lange ich auf eben diesem Computer ein freies und offenes Betriebssystem wie z.B. Linux installieren und benutzen kann, so lange habe ich die Entscheidungshoheit darüber, welche Programme ich darauf laufen lasse, welche Inhalte ich darauf darstelle, oder zu was ich dieses Gerät sonst verwende. Ich muss mir das nicht von einem Konzern vorschreiben lassen.

    Was die Smartphones angeht: Ich werde mir wohl in Kürze Eines kaufen. Vermutlich irgendein Samsung Galaxy. Aber auch eines von LG käme in Frage. Aber ohne Apps. Ich brauche es als mobiles Surfgerät und als mobilen e-mail Client. Und ich warte auf den Tag, an dem auf so einem Gerät Linux läuft. Sobald es ein solches Gerät und ein solches Linux gibt, steige ich um. Und da sind mir die tollen Features eines iPhones grad mal egal.

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