RSS

Die Zeit Online lamenteirt, dass der Google Reader eingestellt wird. Ich persönlich finde: Wen juckt's?

Gut, der Google Reader war eine der größten, vielleicht die größte Anwendung für RSS. Aber durch das Verschwinden dieser Anwendung stirbt dieser Standard doch nicht aus.

Es gibt einen Punkt in dem Artikel, der mich erstaunt. Ist es tatsächlich so, dass man gemeinhin glaubt, RSS wäre nur ein Standard für sogenannte News-Aggregatoren? Also irgendwelche mehr oder weniger kommerziellen Provider, die per RSS die News zusammen suchen und diese dann dem Anwender präsentieren? Da liegt wohl ein Missverständnis vor. Jeder Einzelne Anwender hat die Möglichkeit, RSS zu nutzen. Selbst MS Outlook bietet die Möglichkeit, RSS Feeds zu abonnieren. Damit wird jeder Outlook-Benutzer sein eigener News-Aggregator. Und genau so ist das auch gedacht. RSS ist nicht beschränkt auf irgendwelche "global player", RSS kann von jedem Einzelnen genutzt werden.

Auch für den Firefox gibt es mit sage einen guten Feedreader. Jeder, der Firefox als Browser nutzt, kann sich dieses Addon installieren und damit sofort von RSS profitieren. Ganz ohne irgend einen "Provider". Jedes einzelne Blog, das seine News auch per RSS anbietet, ist als Quelle geeignet. Die ganze Welt steht Jedem offen.

Und das Schönste daran: Welche Feeds ich mir persönlich abonniere, ist alleine meine Entscheidung. Da kann mir Niemand reinreden. Schon gar nicht irgend ein US-Unternehmen, das mich noch nicht mal kennt. Ich entscheide selbst, was zur richtigen Sorte gehört. Werbefrei ist es auch noch. Und Kosten entstehen auch keine. Jedenfalls keine, die über die normalen Internet-Kosten hinausgehen. Die Nutzung von RSS hat also nur Vorteile. Warum also sollte der Wegfall eines großen Nutzers plötzlich dazu führen, dass RSS nicht mehr für Jeden von Nutzen sein sollte? Wir sind nicht darauf angewiesen, dass irgend eine Firma RSS aufgreift und daraus wieder ein vergleichbares Produkt bastelt. RSS ist für Jeden direkt und ohne Einschränkung nutzbar.

Oder, in Anlehnung an einen Werbespot:

Haben Sie Sowas schon mal gemacht? Ist ganz einfach. Nehmen Sie ihr Internet selbst in die Hand.

Siegfried Gipp


  1. Silicon.de schreibt ähnlich. Danach scheint auch der Erfinder von RSS ähnlich zu denken.

Kommentar

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