Automatischer Richter

Wie bei Telepolis zu lesen ist, hat Google per Programm einen Kinderschänder entdeckt. Oder jedenfalls einen, der Kinderpornographische Biler besitzt. So weit so schön. Auf den ersten Blick. Trotzdem ist diese automatisierte Strafverfolgung sehr bedenklich. Telepolis nennt ein paar der Probleme.

Angenommen, ich hätte Kinder, und würde Bilder dieser Kinder, wie sie nackt im Garten spielen, per e-mail an meine Geschwister (also die Onkel und Tanten der Kinder) schicken, dann würde ich, falls Google davon Wind bekommt, Besuch von der Polizei erhalten. Und ich würde wegen Kinderpornographie angeklagt werden. Selbst, wenn daraus ein Freispruch resultieren dürfte, da bleibt immer was hängen.

Es ist leider all zu leicht, als Kinderschänder gebrandmarkt zu werden. Oft genug sind die Vorwürfe falsch. So nützlich eine Entdeckung eines tatsächlichen Täters auch ist, so Etwas muss mit größter Sorgfalt und Sensibilität gehandhabt werden. Diese Erfindung Googles mag grundsätzlich nützlich sein, aber sie ist ein zweischneidiges Schwert. Man kann all zu leicht Unschuldige damit verletzen.

Von den bei Telepolis angedeuteten Missbrauchesmöglichketen mal ganz abgesehen...

Siegfried Gipp


Kommentar

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