Erst schiessen dann fragen

Dies ist ein altbekanntes US-Motto. Und mit der sogenannten Castle-Doktrin ist die Anwendung dieses Mottos auch per Gesetz legalisiert. Wann immmer Jemand meint, sein Haus verteidigen zu müssen, darf er schießen. Ein Gesetz, das die Waffenlobby durchgeboxt hat.

Kürzlich ist nun auf diese Weise ein Austauschschüler aus Hamburg erschossen worden. Er ging aus noch unbekannten Gründen in die offene Garage. Der Garagenbesitzer, der aufgrund zweier Einbrüche auf Rache aus war, und mit dem Gewehr auf der Lauer lag, schoss ohne Vorwarnung. Die Anwendung der Castle-Doktrin ist wie immer sehr effektiv: Der Junge ist tot. Eine nach dem schiessen folgende Frage, was der Junge denn in der Garage wollte, blieb bis heute unbeantwortet.

Der Lehrer an der Schule des Jungen spricht von einer extremen Minderheit. Aber direkt nach der Tat bekam der Schütze öffentlich viel Zustimmung. Erst später relativierte sich das. Es scheint also so, dass diese Minderheit doch recht mehrheitsfähig ist.

Siegfried Gipp


Kommentar

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