Nieten in Nadelstreifen

Unter diesem Titel ist vor einiger Zeit mal ein Buch erschienen. Der Titel fasst den Inhalt des Buches kurz und treffend zusammen. Jetzt hat auch ein Gericht geurteilt, dass diese Bezeichnung den Tatsachen entspricht:

Obwohl die Prozesse mild enden, sind sie letztlich eine Bankrotterklärungen für die Banker. Ihnen wird amtlich bescheinigt, dass sie zu dumm für ihren Job sind – und deswegen nicht haftbar.

Es geht hier um die Prozesse wegen Untreue gegen die Manager der BayernLB. Die genialen Geschäfte dieser Manager haben den Steuerzahler 3 Milliarden Euro gekostet. Das ist Geld, das ich natürlich so nebenbei in der Hosentasche habe. Und es ist eine Kleinigkeit, verglichen mit dem, was die Hypo Real Estate den Steuerzahler gekostet hat.

Nun ja, so viel zu Managern. Und wie sieht es mit Politikern aus?

„Keine Bank, kein Bankplatz und kein Bankprodukt soll unreguliert bleiben.“ Dieser Spruch stammt nicht etwa von Globalisierungs-kritikern, sondern von den G-8-Regierungschefs. Doch leider folgten keine Taten.

Nieten also nicht nur in Nadelstreifen. Es ist ja nicht nur so, dass die Politiker gar Nichts tun. Von den Politikern werden ja genau diese Nieten in Nadelstreifen rekrutiert, um die aktuelle Krise zu bewältigen. Anlässlich des Besuchs Merkels in Spanien berichtet Telepolis, dass Merkel Luis de Guindos als Euro-Gruppenchef vorschlägt. Luis de Guindos, das ist der Manager der Pleitebank Lehman Brothers. Die Pleite hat er wirklich gut hingekriegt. Anscheinend ist erwünscht, dass Europa genau so grandios pleite geht. Oder weshalb sonst hat man ausgerechnet ihn zum Hüter des Euros auserkoren?

Und wir? Nun, wir zahlen, und wir wählen. Wir wählen Merkel, die unbedingt Europa in die Pleite treiben will, und wir wählen Gabriel, der die Energiewende unbedingt kippen will. Anscheinend sind wir auch Nieten.

Siegfried Gipp


  1. Noch mehr Fälle von "Bock zum Gärtner machen": Wie die TAZ berichtet, wechselte die ehemalige Vorsitzende des mächtigen Wirtschaftsausschusses, die britische Liberale Sharon Bowles, hat gleich nach ihrem Abschied aus Brüssel bei der Londoner Börse angeheuert, wo sie für Regulierung zuständig ist.

    Die Haltung Groß-Britanniens zu Finanzmarkt-Regulierungen ist bekannt. Ich gehe daher davon aus, dass Frau Bowles nicht nur jetzt Lobbyarbeit für den Finanzmarkt betreibt, sondern dies vorher als Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses auch schon getan hat. Schließlich verändert man sich nicht von einem Tag auf den Anderen. Ich gehe also davon aus, dass sie ihre Funktion als Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses (Gärtner) als Bock ausgeführt hat.

    Allerdings ist sie wohl bei Weitem nicht die Einzige.

Kommentar

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