Das ganz normale Chaos, täglich frisch auf den Tisch. Direkt aus der hintersten Provinz in die Metropolen von Groß-Blogistan.


  1. Rente mit 50
  2. Verlinken verboten
  3. Mein Compi leistet sich Nix
  4. Erfolgsmenschen
  5. 9Life RealLife
  6. Netzneutralität
  7. Tarnung ist Alles
  8. Google Streetview
  9. Du bist Terrorist
  10. Generation Null Blog
  11. Einmal ordentlich kübeln
  12. Endlich angekommen
  13. IE6 und Linux
  14. Datenschutz nach CDU Art
  15. Der gläserne Bürger
  16. Tot
  17. Eva und die Ursachenforschung
  18. Texter gesucht
  19. CSU im Sommerloch
  20. Das Internet
  1. Rente mit 50

    Wed, 01 Sep 2010 08:38:04 +0200

    Rente mit 67? Das geht an der deutschen Realität weit vorbei. Wie Kennzeichen Digital schreibt:

    Von wie vielen älteren Kollegen also sind Sie umgeben? Umfragen unter Personalchefs belegen nämlich: Etwa die Hälfte aller deutschen Firmen beschäftigt keine Mitarbeiter über 50 mehr.

    Das kann ich bestätigen. Ich bin 53 und seit 3 Jahren arbeitslos. De Fakto haben wir hier in Deutschland die Rente mit 50. Ich versuche, mich irgendwie über Wasser zu halten. Eigentlich würde ich gerne arbeiten. Vor Allem in meinem Beruf. Aber das kann ich mir wohl abschminken. Stattdessen werde ich ab heute Pakete austragen. Von Irgendwas muss man ja schließlich leben. Und vermutlich werde ich das noch mit 80 machen, da die Rente wohl stark gekürzt wird. Wenigstens muss ich keine Miete mehr zahlen. Das eigene Haus war unser Beitrag zur Altersvorsorge. Seit letztem Monat abbezahlt. Gott sei Dank!

  2. Verlinken verboten

    Wed, 01 Sep 2010 08:25:26 +0200

    Ich dachte, das Abmahnwahnsinn wäre ein typisch deutsches Phänomen. Aber die USA sind uns mal wieder voraus. Dort gibt es eine Firma namens Righthaven LLC, deren Geschäftsmodell ist es, Blogger wegen Urheberrechtsverletzungen abzumahnen. Man kauft dort die Urheberrechte an z.B. Zeitungsartikeln und mahnt daraufhin Blogger ab, die aus diesen Artikeln zitieren.

    Mehr noch: Man mahnt dort Blogger ab, die auf solche Artikel verlinken. Und man mahnt Blogger ab, die irgendwohin verlinken, von wo aus auf selbigen Artikel verlinkt wird. So gesehen hat sich Sir Tim Berners-Lee strafbar gemacht, als er das Web erfand. Denn genau dieses leichte Verlinken von Artikeln war Sinn und Zweck seiner Erfindung. Und genau das scheint nun strafbar zu sein. Jedenfalls in den USA.

    Und da Alles, was aus dem Land der begrenzten Unmöglichkeiten kommt, irgendwann auch zu uns rüberschwappt, dürfen wir uns hier schon mal auf ähnliche Nettigkeiten freuen. Die momentanen deutschen Abmahnwellen werden dagegen eher Kinderkram sein.

  3. Mein Compi leistet sich Nix

    Sat, 28 Aug 2010 11:54:44 +0200

    Mein Computer leistet sich wieder mal Nix: Die Taskleiste (XUBUNTU) ist wieder mal weg. Deshalb als Erinnerung an mich selbst, wie die wieder zu starten ist:

    xfce4-panel
  4. Erfolgsmenschen

    Fri, 27 Aug 2010 14:16:46 +0200

    Zeig mir, wie Du fährst, und ich sage Dir, was Du für ein Mensch bist. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das sehr präzise hinhaut.

    Es gibt nichts Erfolgreicheres als den Erfolg. Und Erfolg ist Alles, was zählt in dieser Gesellschaft. Wir sind ja Alle so jung, dynamisch, aktiv, erfolgreich und daher selbstbewusst. Fehler? Das machen Andere. Und genau so wird auch gefahren. Hinterher ist das Jammern groß. Und was wird daraus gelernt? Etwa, dass man selber auch Fehler machen kann, dass einem selber genau das, was in diesem Video bei Youtube gezeigt wird, selbst passieren kann? Nein. Im Gegenteil, Jeder fühlt sich bestätigt, dass eben nur die Anderen die Looser sind. Selber ist man ja jung, dynamisch, aktiv, erfolgreich und selbstbewusst. Und fehlerfrei natürlich.

  5. 9Life RealLife

    Tue, 24 Aug 2010 13:16:46 +0200

    Eine wunderhübsche Glosse findet man heute bei Indiskretion Ehrensache. Eine Glosse über das typische Berufsleben der "Generation Praktikum".

    Was haben 9Life und diese Glosse gemeinsam? Nun, Beide locken mit einer kompletten Illusion unbedarfte Bürger. Die Einen leiern den Bürgern das Geld aus der Tasche, die Anderen die Arbeitskraft. Beide mit einem illusorischen Versprechen auf den großen Gewinn. Bei 9Life ist das ein monetärer Gewinn, im realen Leben wird stattdessen ein fester Job und Karriere versprochen. In beiden Fällen völlig illusorisch. Denn Karriere macht man heute schon lange nicht mehr durch arbeiten, Karriere macht man schon lange durch arbeiten lassen.

    Ja, was Thomas Knüwer da schreibt, ist eine Glosse. Aber voll aus dem Leben gegriffen.

  6. Netzneutralität

    Tue, 24 Aug 2010 12:23:56 +0200

    Wir hatten das Alles schon mal: Netzneutralität. Was bedeutet das denn? Nun, vereinfacht gesagt, jeder Betreiber eines Übertragungsmediums ist dazu verpflichtet, alle Daten, egal von welcher Quelle gleich zu behandeln und zu senden.

    So um 1800, als die Übertragung von Daten (Gesprächen oder Morsecode) über Funkwellen erfunden wurde, gab es zunächst keine Netzneutralität. Dies wurde den Deutschen sehr bewusst, als 1903 die Deutschen ein Radiotelegramm an eine Station in England senden wollten. Die dortige Radiostation verweigerte die Annahme, da das Radiotelegramm nicht von einer Marconi Wireless Telegraph Co. kam. Die Erkenntnis, dass man völlig abhängig von der Gnade einer Firma war, führte zur Gründung des Konkurrenzunternehmens Telefunken. Erst Jahre später, anlässlich eines Seenotfalls, wurden sämtliche Betreiber der Radiostationen zur Netzneutralität verpflichtet.

    Heute passiert das Gleiche, nur umgekehrt. Und heute geht es nicht mehr um Radio, sondern um das Internet. Und die Forderungen sind auch nicht ganz so krass. Man fordert nicht, Daten von nicht zahlungskräftigen Kunden gar nicht mehr zu übertragen. Diese Daten sollen "nur" auf dem Schleichweg transportiert werden. Aber der Grundsatz ist der Gleiche: Wer kräftig zahlt, wird bevorzugt behandelt. Daten von Privatleuten oder Kleinfirmen kommen auch irgendwann an. Vielleicht. Oder auch nicht, weil die Zeit abgelaufen ist. Aber das ist ja kein Problem für den Installateur Meier mit 2 Angestellten, mit einer Firma wie General Motors finanziell zu konkurrieren, damit die eigene Webseite genauso schnell lädt wie die von GM.

  7. Tarnung ist Alles

    Mon, 23 Aug 2010 14:33:38 +0200

    Tarnung ist Alles. Jedenfalls könnte man meinen, wenn man das hier sieht:

  8. Google Streetview

    Fri, 20 Aug 2010 10:47:31 +0200

    Google Streetview – die neue Hype. Allerdings negativ. Wenn man sich die Diskussion so anhört (resp. liest), kann man den Eindruck bekommen, Google Streetview wäre der neue große Skandal, vergleichbar mit Watergate. Ich halte das für gefährlichen Quatsch. Wie Thomas Knüwer schreibt:

    Längst ist klar, dass es den meisten medialen Institutionen in Deutschland nicht mehr um das Thema geht oder darum, den Bürgern eine Orientierung zu geben. Es geht allein darum, ihnen wenigstens für den Bruchteil einer Sekunde einen Schrecken einzujagen – egal, ob sie dabei desinformiert werden, oder nicht. Denn wer sich erschrickt oder aufregt, der kauft vielleicht das entsprechende Magazin oder die jeweilige Zeitung.

    Ganz meine Meinung. Wir werden gerade furchtbar über den Tisch gezogen.

    Zunächst mal ist es weder verboten, öffentlich einsehbare Orte zu fotografieren, noch ist das ungewöhnlich. Japanische Touristen, die zu hunderten in Heidelberg einfallen, machen nichts Anderes. Und Niemand hat Etwas dagegen. Warum auch? Wenn wir in den Urlaub fahren, machen wir auch nichts Anderes. Je pittoresker, um so mehr wird fotografiert. Aber Google macht das kommerziell? Das macht jeder Hersteller eines Reiseführers oder von Postkarten auch. So lange Google sich also auf öffentlich sichtbare Orte beschränkt, ist da eigentlich Nichts gegen zu sagen.

    Etwas problematisch ist ein anderer Aspekt: Die leichte Verknüpfbarkeit mit anderen Daten. Diese Möglichkeit bietet das Internet nun mal. Genau das ist Hauptaufgabe eines jeden Computers. Jeder, der eine e-mail schreibt, und die Adresse dazu aus seinem Computer-Adressbuch holt, macht nichts Anderes. Nur bei Google Streetview bekommen wir diese Möglichkeiten in einem ganz anderen Maßstab. Jeder, der unseren Namen kennt, kann sehen, wo und wie wir wohnen. Das kann mir vielleicht noch vergleichsweise egal sein. Aber wie sieht es aus mit z.B. einer Frau, die vor ihrem gewalttätigen Ehemann geflohen ist und nun in einer anderen Stadt lebt? Der Typ braucht nur bei Google nachzusehen, und bekommt frei Haus die Adresse und die komplette Wegbeschreibung.

    Andererseits sind natürlich genau diese Verknüpfungsmöglichkeiten auch erwünscht. Wenn ich umziehe und meine Freunde zur Einweihungsfeier einladen will, kann ich mir nun die Wegbeschreibung sparen. Google hat's ja. Oder ich will zu einer Firma, was kaufen. Wie hinkommen? Dank Google kein Problem. Oder wir suchen z.B. zur Zeit einen neuen Stall für unsere Pferde. Mit Streetview kann man schon mal eine Vorauswahl treffen. Durchaus nützliche Dinge.

    Wie können wir die nützlichen Seiten dieser Daten behalten, und dabei gleichzeitig den Missbrauch verhindern oder wenigstens einschränken? Ich weiss es nicht. Aber das zu überlegen wäre sinnvoller, als sich über Google Streetview derartig aufzuregen.

  9. Du bist Terrorist

    Thu, 12 Aug 2010 10:12:05 +0200

    Du bist Terrorist! Sehr deutlich hat dies Alexander Lehmann in seinem Video Du bist Terrorist vorgeführt:

    Allerdings übertreibt Alexander Lehmann! Es sind mitnichten 82 Millionen Terroristen in Deutschland. Es sind nur 81999999. Denn Schäuble ist doch kein Terrorist. sagt er zumindest.

  10. Generation Null Blog

    Sat, 07 Aug 2010 11:17:53 +0200

    Generation Null Blog – kürzer und treffender kann man das kaum formulieren. Aus eigener Beobachtung kann ich dieses Phänomen bestätigen. Die Kids von heute scheren sich Null um die Wunder des Web 2.0, des Mitmach-Webs. Eigene Blogs? Fehlanzeige. Twitter? Schon eher, aber auch kaum. Anscheinend sind solche Dinge eher was für die "ältere Generation". Wie ironisch.

    Das Ganze hat natürlich viele Aspekte. Zum Einen war die Bloggerei wohl immer schon eine überbewertete Hype. Wirklich aktiv ist nun mal nur eine Minderheit. Was die Blogsphäre angeht, hat also schlicht eine Konsolidierung stattgefunden, sowie eine Entwicklung hin zur Professionalität. Das war zu erwarten, und das ist vielleicht auch gar nicht schlecht so. Insbesondere ist das deshalb nicht schlecht, weil es mich als reinen Hobbyblogger ja nicht daran hindert, weiter zu bloggen. Ich kann also weiterhin meine privaten kleinen Gedanken schreiben, während die Blogs da draußen immer professioneller werden, immer bessere Texte enthalten, immer besser recherchiert sind, kurz, rundum immer besser werden. Und obwohl ich diese professionellen Blogs sehr gerne lese, genieße ich doch ganz besonders die kleinen Hobbyblogs wie mein eigenes, wie z.B. das Blog von Charisma oder von Barbara.

    So weit zur ehemaligen Hype. Doch was ist damit, dass die Kids das Internet zwar nutzen, aber kaum wissen, wie es funktioniert? Nun ja, einerseits natürlich problematisch. Denn so sind sie Betrügern nahezu hilflos ausgeliefert. Sie sind angewiesen auf kommerzielle Virenscanner und Firewalls. Ohne diesen Schutz, für den Jeder blechen muss, verliert man schnell Haus und Hof. Andererseits: Ich weiss auch allenfalls vage, wie ein Telefon oder ein Fernseher funktioniert, und nutze Beides dennoch. Zur Zeit, als das Telefon erfunden wurde, wussten Die, die es benutzten, auch, wie es funktioniert. Heute weiss das nur noch eine kleine Minderheit. Solch eine Entwicklung scheint also normal zu sein. Von dem Sicherheitsaspekt einmal abgesehen also kein Grund zur Besorgnis.

    Generation Null Blog ist ein wunderschönes . Pikanterweise wurde es von der Generation Null Bock geprägt. Witz der Geschichte.

  11. Einmal ordentlich kübeln

    Sat, 07 Aug 2010 10:09:40 +0200

    Ein Blumenkübel wurde zerstört – und die Twittergemeinde flippt aus. Ich finde es zunächst mal klasse, dass so viel Humor vorhanden ist. Insofern ist diese Twitterwelle kein Zeichen für die Minderwertigkeit von Twitter, sondern eher für den trotz aller Widrigkeiten immer noch vorhandenen Humor.

    Wenn z.B. ein Twitterer schreibt: Schäuble: 'Die Blumenkübel-Krise bewiest einmal mehr, dass das Sparpaket der Regierung alternativlos ist.', dann zeigt das, was Twitterer von den hohlen Phrasen der Politiker halten. Oder das Bekennervideo bei Youtube, das diese ekelhaften Bekennervideos der Islamisten auf's Korn nimmt. Schöner kann man dem Terror kaum den Stinkefinger zeigen. Dieser realen Welt einfach mal voll in's Gesicht lachen – Das befreit. Ironie, Zynismus, bisweilen Sarkasmus, Alles dabei. Aber nicht über den Blumenkübel-Artikel lässt man sich sarkastisch aus. Der Artikel wird nur als willkommener Anlass, als Aufhänger genommen, um mit all den Widrigkeiten des Lebens abzurechnen. Nicht über die Zeitung oder über die Praktikantin, die den Artikel verfasste, wird hergezogen, sondern über die wirklich abstrusen bis erschreckenden Dinge wie Politik und Terrorismus. Die Reaktion zeigt, dass Twitterer sehr viel mehr vom Leben verstehen, als ihnen gemeinhin zugetraut wird.

  12. Endlich angekommen

    Thu, 05 Aug 2010 18:53:21 +0200

    Microsoft scheint mit dem IE9 endlich in der Web Gegenwart angekommen zu sein. Wie Kulando schreibt, ist der IE9 flott und schafft beim ACID3 Test immerhin 95 von 100. Das wurde auch Zeit! Der IE9 ist somit endlich ein Browser, auf den der Webdesigner sich verlassen kann.

    Was nun Zeit wird, ist, dass die vielen vielen Nutzer von IE7 und sogar IE6 endlich auf eine neue, aktuelle Version umsteigen. Meine Frau ist in der Firma noch immer auf den IE6 angewiesen. So eine Weltfirma rüstet nicht mal eben um. Firmenkunden werden also immer noch und vermutlich noch eine ganze Weile mit diesem Dinosaurier surfen. Aber zumindest Privatnutzer werden wohl langsam umsteigen.

  13. IE6 und Linux

    Thu, 05 Aug 2010 13:36:03 +0200

    Ich habe heute ein nützliches Script entdeckt, das den IE6 unter Linux (Ubuntu) installiert. Mit Hilfe von kann man dann diesen Browser zum Testen verwenden. Läuft zwar nicht einwandfrei, aber für einen kurzen Test ausreichend. nur richtig beenden lässt er sich nicht. Aber dafür gibt es ja .

    Dabei habe ich zweierlei herausgefunden. Zum Einen die Einrückung von Listen. Das kann natürlich auf verschiedene Arten gemacht werden. Microsoft setzt margin-left: … bei dem ul Element, wohingegen Mozilla diesem Element einen padding-left verpasst. Man könnte natürlich in gleicher Weise auch die li Elemente stylen. Aber ich habe das noch bei keinem Browser gesehen. Wie auch immer, z.B. bei Navigationslisten muss man wohl beide Varianten berücksichtigen, und sowohl margin als auch padding auf passende Werte setzen.

    Das Andere ist wohl ein Bug im IE. Es ist anscheinend nicht möglich, einem hr einen margin-top oder margin-bottom von Null zu setzen. Der IE packt immer einen Mindestrand hinzu, der nicht weg zu bekommen ist. Man kann diesen Rand vergrößern, aber nicht verkleinern, schon gar nicht auf Null.

    Außerdem habe ich mir heute installiert, und als WebKit basiertem Browser Epiphany, da der bekanntere Webkit-basierende Browser Safari unter Linux allenfalls mit Hilfe von wine zum Laufen zu bringen ist, und auch das angeblich nur mangelhaft. Aber bei gleicher Rendering-Engine sollte ein Webseitentest auch vergleichbare Ergebnisse liefern.

  14. Datenschutz nach CDU Art

    Thu, 05 Aug 2010 08:41:30 +0200

    Die CDU nimmt den Datenschutz ernst. Richtig ernst. So sehr, dass der Datenschutz ein willkommenes Argument liefert, Anfragen nicht beantworten zu müssen. Wie bei Netzpolitik nachzulesen ist, antwortet z.B. die Europaabgeordnete Sabine Verheyen:

    Vielen Dank für Ihre Anfrage und für Ihr Interesse an europapolitischen Themen sowie an meiner Arbeit als Abgeordnete des Europäischen Parlaments. Aus Gründen des Datenschutzes und der Vertraulichkeit ziehe ich es vor, in persönlichen Kontakt mit Ihnen zu treten. Ich möchte Sie daher bitten, sich mit Ihrem Anliegen direkt an mich zu wenden.

    Andere antworten ähnlich. Das ist interessant. Denn anscheinend haben die CDU-Politiker diese Argumentation von den diversen Beamten gelernt, die so schon lange argumentieren. Auch diverse Sekretärinnen bei Firmen ersparen sich mit dieser Argumentation eine Menge Arbeit. Wenn der Kunde z.B. bei UPS den Verbleib seiner Sendung erfragen will, dann darf die Sekretärin darüber natürlich aus Gründen des Datenschutzes keine Auskunft geben. Die Welt ist so schön einfach.

    Nun ja, der Begriff Datenschutz hat diverse Aspekte. Nicht nur den der Vertraulichkeit. Auch der Aspekt der Authentizität ist wichtig. Also grob gesagt, ob das, was da an Daten geliefert wird, auch der Wahrheit entspricht. Vielleicht sollte man aus Gründen des Datenschutzes überhaupt aufhören, Politiker Irgendwas zu fragen.

  15. Der gläserne Bürger

    Tue, 03 Aug 2010 09:48:56 +0200

    Erwischt! Das, was von Datenschützern immer als schlimmstes denkbares Horrorszenario beschrieben wurde, und das alle Anderen bislang als Phantasterei abgetan haben, das ist jetzt eingetreten: Die Londoner Polizei hat ein Überwachungsvideo gefälscht, so dass der Anschein erweckt wurde, ein Angeklagter wäre schuldig. Der Anwalt des Angeklagten ist an das originale unverfälschte Video gelangt.

    Wie Netzpolitik schreibt, ist im Vergleich zu sehen, dass das von der Polizei als Beweis vorgeführte Video aus dem Originalmaterial ganz neu zusammen gestellt wurde.

    Im Zusammenhang mit einer Demo hatte ein Polizist den Eindruck, dass da Jemand straffällig wurde. Nun ja, auf so einer Demo dürfte es recht unübersichtlich sein, bei den vielen Menschen und dem ganzen Durcheinander dort. Das kann vorkommen, und das sollte eigentlich der Polizei jederzeit bewusst sein. Eine Überprüfung der Überwachungsvideos hätte dann die Unschuld des Verdächtigen ergeben, und der Mann hätte unverzüglich frei gelassen werden müssen. Was stattdessen passiert, ist, dass die Polizei den Irrtum zwar erkennt, aber nach aussen den Anschein der Unfehlbarkeit erwecken will. Wenn die Polizei also Jemanden verhaftet, dann hat der auch schuldig zu sein. Ist er es nicht, dann macht man ihn eben schuldig. Man nennt das ein Bauernopfer. Um nur ja den Verdacht zu vermeiden, ein Polizist könnte sich auch mal irren, wird lieber ein Unschuldiger durch polizeilich gefälschtes Beweismaterial schuldig gesprochen.

    Die Annahme, die Polizei wäre ein durch und durch objektiver Verein ohne eigene Interessen, dürfte mehr als naiv sein. Natürlich hat auch die Polizei, als Ganzes wie auch jeder einzeln, eigene Interessen.

  16. Tot

    Fri, 30 Jul 2010 08:35:59 +0200

    Und schon wieder ist einer unserer Kater überfahren worden. Heute morgen im Berufsverkehr. Zwar sind hier nur 30 Km/h erlaubt, aber das kümmert so gut wie Niemanden.

  17. Eva und die Ursachenforschung

    Wed, 28 Jul 2010 18:14:54 +0200

    Eva Hermann, die frühere Fernsehmoderatorin und jetzige Buhfrau der Nation, tut sich mit reichlich abstrusen Gedanken und Meinungen zu den Ursachen der Todesfälle bei der Duisburger Loveparade hervor. Zunächst schimpft sie über das gottlose Treiben auf dieser Party, was sie Sodom und Gomorrha nennt. Und dann deutet sie dezent an, dass die Toten wohl eine Art Strafe einer höheren Macht wäre.

    Nun ja, man mag zu dem Treiben dort stehen, wie man will. Ich finde auch, dass diese Veranstaltung heute nur noch eine hauptsächlich kommerziellen Interessen dienende dekadente Sex- und Alkohol-Orgie ist. Nicht mein Fall. Aber gut, Fußball ist auch nicht viel anders. Naja, ohne Sex, aber sonst sehr ähnlich. Na und? Es handelt sich bei den Teilnehmern, Befürwortern und Gegnern solcher Veranstaltungen um erwachsene Menschen, die selber wissen (sollten), was sie da tun. Man mag es gut finden oder nicht. Und auch Eva Hermann hat das Recht auf ihre eigene Meinung dazu.

    So weit, so schlecht. Aber die Schnapsidee, hinter den Toten stecke die strafende Hand Gottes, ist nicht nur abstrus. Diese Idee entbehrt auch jeglicher Grundlage. Gerade Eva Hermann, die hier den Vergleich mit Sodom und Gomorrha bemüht, sollte das wissen. Wir wissen heute nicht mehr im Detail, was in diesen beiden antiken Städten so Alles abging. Aus der Bibel wissen wir, dass Gott diese beiden Städte dafür bestraft hat. Aber wir wissen auch aus der selben Bibel, gerade mal ein paar Sätze später, dass Gott zugesagt hat, solch eine Bestrafung niemals zu wiederholen. Die Behauptung oder auch nur dezente Andeutung, Gott hätte die Opfer der Loveparade getötet, ist also eine platte Lüge. Eine durch und durch unchristliche Lüge, die Gott des Wortbruchs bezichtigt.

    Über Eva Hermanns Gottesbild kann man natürlich nur Vermutungen anstellen. Meine Vermutung ist, dass sie Gott mit humanistischen (oder sonstigen) Moralvorstellungen verwechselt. So in der Art Edel sei der Mensch, hilfreich und gut, wie Karl May das mal formulierte. Und Rudelficken, wie das einer der Kommentatoren bei Stefan Niggemeier formulierte, gehört anscheinend nicht zu Eva Hermanns Begriff von "edel" oder "gut". Aber das ist ihre Meinung dazu. Was Gott dazu meint, und vor Allem, was er dabei zu tun gedenkt, das sollte sie tunlichst ihm überlassen.

    Was dabei raus kommt, wenn Jemand die eigene Moralvorstellung Jedem notfalls mit Gewalt aufdrücken will, kann man bei The Onion nachlesen. Dort verlangt eine afghanische Burka-Trägerin die Todesstrafe für eine andere Afghanin, die statt Burka nur den Chador trägt. Dieses gottlose Bloßstellen und öffentlich Präsentieren der Nase kann eben nur mit dem Tod angemessen bestraft werden. Meint jedenfalls diese Frau. Wenn Eva Hermann meint, für das gottlose Treiben auf der Loveparade wäre die Todesstrafe (durch eine höhere Macht) angemessen, tut sie genau das Gleiche wie diese Burkaträgerin.

    Sie hat das Recht, über die Loveparade eine eigene Meinung zu haben. Sie hat natürlich auch das Recht auf eine zur allgemeinen Hype abweichenden Meinung. Und sie hat das Recht, diese Meinung öffentlich kundzutun. Aber sie hat weder das Recht, Gott des Wortbruchs zu bezichtigen, noch das Recht, eine Todesstrafe für eine Teilnahme an der Loveparade als angemessen zu bezeichnen. Mit dieser Aussage hat sich Eva Hermann in die gleiche Ecke manövriert, in der auch die Taliban stehen.

  18. Texter gesucht

    Wed, 28 Jul 2010 10:07:43 +0200

    Ich suche einen Texter für 2 Webseiten. Und zwar für Webseiten der Firma cecom. Und hier für die Seiten "Wir über uns" (Sorry, Link ist wegen uralter Frametechnik nicht möglich), "Philosophie" und "Ziele". Wer sich ein paar Euro verdienen will und gut Texten kann, bitte Angebot an mich.

    Und ja, ich weiss, diese Webseite ist uralt (und nicht von mir).

  19. CSU im Sommerloch

    Fri, 23 Jul 2010 10:36:16 +0200

    Das ist ein heisser Sommer dieses Jahr. So heiss, dass es dem Einen oder Anderen wohl das Gehirn gekocht hat. Jetzt fordert die CSU in Gestalt der Bayrischen Justizministerin Dr. Beate Merk ein Verbot von Pornographie im Internet sowie ein Verbot von Killerspielen. Anlass ist wohl der Vorfall in einem Feriencamp auf Ameland, bei dem gewisse Sado/Maso Praktiken "ausprobiert" wurden. Scheussliche Sache, das auf Ameland. Und Bayerns Justizministerium weiss natürlich sofort, wer Schuld daran ist: Das Internet, das voll mit solchen Pornos ist, und Killerspiele. Für Frau Dr. Merk scheint dieser Zusammenhang zweifelsfrei festzustehen.

    Zu allem Überfluss soll mit diesem Argument außerdem noch die Internetzensur eingeführt werden. Wir erinnern uns: Diese ominösen Stoppschilder, die verhindern sollen, dass sich Jemand so Etwas aus Versehen im Internet ansieht. Zu mehr taugen diese Stoppschilder nämlich nicht. Wer sich so Etwas ansehen will, kann das auch in Zukunft trotz Stoppschilder problemlos tun. Wer scharf auf Sowas ist, der kennt die Wege dazu.

    Doch diese Zensurinfrastruktur hat ein ganz anderes Gefahrenpotential. Man kann damit nämlich nicht nur Kinderpornographie "verstecken", sondern auch beliebige andere Inhalte. So zum Beispiel ganz normale Pornos. Eben dies fordert Frau Dr. Merk ja. Oder Killerspiele (also z.B. WoW). WoW ist Schuld an den sexuellen Übergriffen auf Ameland. Und wenn man schon mal dabei ist, kann man auch noch ganz andere Dinge sperren. Aufrufe zu bürgerlichem Ungehorsam etwa. Schließlich wurde sogar schon mal ein Polizist auf einer Demo erschossen. Dass auch schon mal ein Demonstrant von der Polizei umgebracht wurde, muss man dabei nicht wissen. Und tatsächlich kann man wohl kaum ein Leben gegen ein anderes aufrechnen. Aber solche Vorfälle können prima reichen, um Demonstration und Protest einfach zu verbieten.

    Ja selbst rein kommerzielle Interessen können dazu benutzt werden, um Zensur durchzusetzen. Die Rechteverwertungsindustrie ist da nur die Spitze des Eisbergs. Die speziell in Deutschland fröhlich rollende Abmahnlawine eine weitere Spitze. Das ist wie bei dem Frosch im Kochtopf: Wenn das Wasser nur langsam genug erhitzt wird, merkt der Frosch gar nicht, dass er gekocht wird. So wird das auch mit uns gemacht: Ganz langsam, Schritt für Schritt, werden wir weich gekocht.

    Gewalt und Mord sind scheußlich, keine Frage. Aber solch abenteuerliche Zusammenhänge herzustellen wie Frau Dr. Merk, das geht entschieden zu weit. Schließlich haben Hitler und seine Mitpolitiker bewiesen, dass die Politik Schuld ist an Gewalt und Mord. Vielleicht sollten wir daraus lernen und Politik verbieten? Komisch, dass hier Jedem ersichtlich ist, dass dieser Zusammenhang unzulässig ist. Aber der Zusammenhang von Pornos im Internet und den sexuellen Übergriffen auf Ameland ist zulässig? Warum?

    Das Internet kann alle möglichen gesellschaftlichen Entwicklungen beschleunigen. Es ist ein sehr schnelles Medium mit sehr leichtem Zugang. Aber erstens schafft das Internet keine neuen gesellschaftlichen Entwicklungen, es beschleunigt sie nur, und zweitens gibt es ja nicht nur Sado/Maso, Porno und Kinderporno in der Gesellschaft. Oder etwa doch? Wie auch immer, das Internet ist ein Spiegel der Gesellschaft und ein Beschleuniger. Nicht mehr.

  20. Das Internet

    Tue, 20 Jul 2010 19:49:34 +0200

    42 finale Thesen zum Internet wurden sorgfältig von Marcel-André Casasola Merkle formuliert und an die Kirchentür des Internet (auch Blog genannt) gepinnt. Lesenswert. Hier wird treffend auf den Punkt gebracht, was das Internet ist, was es bedeutet, und was es uns bringt: I can haz cheezburger. Dem ist Nichts mehr hinzuzufügen. Außer den anderen 41 finalen Thesen, eben dort zu lesen.